Freitag, 09.03.2007 13:40

CeBIT kämpft gegen den Schrumpfkurs

aus dem Bereich CeBIT
Im Zeichen der Neuerungen der Informationstechnologie startet ab Donnerstag, 15. März, die CeBIT in Hannover - doch die Innovationen halten sich diesmal in engen Grenzen. Zu den Highlights gehören digitales Fernsehen über das Hochgeschwindigkeits-Datennetz VDSL, Internettelefonie, Festplatten mit leistungsfähigen Speicherchips ohne mechanische Teile oder Notebooks mit einem kleinen Zweitbildschirm, der auch bei abgeschaltetem Gerät beispielsweise E-Mails und andere kleinere Informationen anzeigen kann. Der von der Branche erhoffte Schub durch das neue Microsoft-Betriebssystem Windows Vista und die Bürosoftware Office 2007 wird wohl weit schwächer ausfallen, denn der Umstieg von Windows XP erfolgt viel zögerlicher als von den Anbietern zunächst erhofft.

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Neue Tarifsenkungen in Aussicht

Spannender dürften die Auftritte der Internet- und Telefongesellschaften werden. Die Deutsche Telekom wird neue Tarifmodelle vorstellen, mit denen Konzernchef René Obermann das Ruder herumreißen und wettbewerbsfähiger werden will. Die Antwort der Wettbewerber wird nicht lange auf sich warten lassen, denn alle großen Mobilfunk- und Internetprovider sind vor Ort. Erwartet werden ein neuer Preisdruck auf die Sprachtarife in Richtung Zehn-Cent-Marke für die Prepaid-Gesprächsminute sowie ein deutlicher Preisrutsch der noch hohen Preise für das Internetsurfen in den Mobilfunknetzen. In den Messehallen wird sich auch der Telematik-Boom bei Navigationsgeräten niederschlagen.

Die Branche rechnet in diesem und im nächsten Jahr zwar mit jeweils 2,9 Prozent Wachstum. Der Wandel des Informationstechnologie-Marktes fügt der Leitmesse CeBIT indes schmerzliche Schrammen zu. Gut 20 Jahre nach ihrem Start 1986 steckt die noch immer unangefochten größte Messe der Welt in der Krise und wird vor allem von der Leitmesse der Unterhaltungsindustrie, der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin, der Mobilfunkmesse 3GSM in Barcelona sowie der Games Convention in Leipzig bedrängt. Immer mehr Elektronikhersteller wie etwa die Handyfirmen positionieren ihre Produkte zunehmend im lukrativeren Unterhaltungsbereich, streichen ihrte Segel in Hannover und buchen statt dessen beispielsweise bei der Berliner IFA-Messe, die nach weniger glücklichen Jahren inzwischen aus allen Nähten platzt.

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