Dass neue Tarife nicht immer günstiger sein müssen, erfahren derzeit viele
Skype-Nutzer. Die Luxemburger hatten Mitte Januar im Rahmen eines neuen Tarifmodells Verbindungsgebühren
eingeführt, die bei jedem Anruf fällig werden. Nun gibt es damit Probleme: Vermutlich durch einen Software-Fehler verursacht, werden die Verbindungsgebühren oft doppelt berechnet oder falsch angezeigt und machen damit das Telefonieren über Skype manchmal teurer als über das normale Telefonnetz.
Fee statt free?
Betroffen von der doppelten Berechnung der Verbindungsgebühren sind sowohl normale Skype-Nutzer, als auch Kunden, die den Premium-Dienst Skype Pro gebucht haben. Hier fallen bei Gesprächen ins deutsche Festnetz eigentlich keine Minutenpreise an - nur die Verbindungsgebühr von 4,5 Cent und eine monatliche Gebühr von 2,30 Euro muss gezahlt werden. In den Skype-Foren berichten einige Skype Pro-Nutzer jedoch, dass ihnen beispielsweise für ein zwölf Sekunden langes Gespräch ins deutsche Festnetz acht Cent berechnet worden sind. Ein Preis, der locker von Call-by-Call-Anbietern unterboten wird.
Andere Kunden berichten hingegen, dass die Verbindungsgebühr in den Skype Out Verlaufsdaten lediglich falsch angezeigt, aber korrekt und somit nur einfach vom Guthaben abgezogen wird. Ungeachtet der aktuellen Probleme, ist das neue Preismodell für viele Nutzer von Skype oft teurer als das bisherige. So kosten insbesondere kurze Telefonate bei Skype mehr als über andere
VoIP-Anbieter. Selbst das herkömmliche Telefonnetz ist oft billiger. Beispielsweise ist ein zweiminütiges Gespräch über andere VoIP-Anbieter ins deutsche Festnetz schon für zwei Cent möglich. Bei Skype Out kostet das gleiche Gespräch, dank der Verbindungsgebühr, insgesamt 8,5 Cent und ist somit mehr als viermal so teuer.
Kein Statement von Skype
Ein offizielles Statement von Skype zu den Problemen gibt es bislang nicht. Somit ist auch noch nicht klar, ob es sich bei der Doppel-Berechnung lediglich um ein Darstellungsproblem auf der Website handelt oder ob tatsächlich falsch abgebucht wird. Fest steht hingegen, dass es sich bei dem Fehler tatsächlich um einen Software-Bug handelt, an dem gearbeitet würde. Skype-Nutzer, die eine falsche Berechnung bei ihrem Account beobachten, sollten die Probleme an den
Skype-Support melden. Wegen einer hohen Anzahl von Anfragen, ist jedoch mit einer längeren Reaktionszeit zu rechnen.
Profitabel um jeden Preis?
Als Grund für die Einführung des neuen Tarifmodells wird in VoIP-Kreisen die Skype-Mutter Ebay verantwortlich gemacht. Das Online-Auktionshaus hatte Skype im September 2005 für 2,6 Milliarden Dollar (etwa zwei Milliarden Euro)
gekauft. Zwar konnte Skype die Zahl der Kunden und auch den Umsatz stark steigern, jedoch gab Ebay-Vorstandschefin Meg Whitman nach Angaben von Reuters auf einer Analysten-Konferenz Ende Januar bekannt, dass man mit neuen Produkten und Dienstleistungen Skype profitabler machen wolle, da sich die finanziellen Ergebnisse des Dienstes nicht so wie erhofft entwickeln würden.