Mittwoch, 07.03.2007 14:29

Telekom muss ATM-Bitstromzugang öffnen

aus dem Bereich Breitband
Die Bundesnetzagentur will die Telekom zwingen, ihren Wettbewerbern über den so genannten ATM-Bitstrom einen weiteren Zugang zum eigenen Netz zu gewähren. Der Regulierer hat heute eine entsprechende Regulierungsverfügung veröffentlicht. Der Bitstrom-Zugang soll es den Wettbewerbern ermöglichen, eigene Breitband-Produkte per direktem Zugang zum Kunden über das Netz der Telekom anbieten zu können.

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Wichtig für Business-Produkte

Bereits im vergangenen September war die Deutsche Telekom aufgefordert worden, den Wettbewerbern über den so genannten IP-Bitstrom Zugang zu gewähren. Der IP-Bitstromzugang wird auf Basis des Internetprotokolls abgewickelt und richtet sich an den DSL-Massenmarkt. Der ATM-Bitstromzugang hingegen zielt – anders als der IP-Bitstromzugang – auf Geschäftskundenprodukte ab. Die Wettbewerber des Ex-Monopolisten sollen auf diese Weise künftig ihre Geschäftskunden-Tarife flexibler über das Telekom-Netz realisieren können.

Auflagen für Telekom

Die Deutsche Telekom wurde in der Verfügung dazu verpflichtet, den Zugang zum ATM-Bitstromzugang zu "nicht diskriminierenden Bedingungen" zu ermöglichen. Ferner wurde von der Telekom eine getrennte Rechnungsführung und die Veröffentlichung eines Standardangebots verlangt. Bei den Gebühren räumte die Bundesnetzagentur dem Bonner Konzern diesmal größere Freiheiten ein: Anders als beim IP-Bitstrom-Zugang müssen die Entgelte nicht vorab vom Regulierer genehmigt werden. Die Netzagentur hält es hier für ausreichend, die Kosten zu einem späteren Zeitpunkt nachträglich zu bestimmen.

BNetzA gewährt Freiraum

"Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass die Telekom den zugestandenen Freiraum jetzt nicht zum Nachteil der Wettbewerbsunternehmen ausnutzen wird", sagte Chef-Regulierer Matthias Kurth. Kurth sieht in der Regulierungsverfügung einen wichtigen Schritt für die Förderung des Wettbewerbs auf dem Breitbandmarkt. Ziel sei eine zunehmende Breitband-Internetnutzung in Deutschland.
Denise Bergfeld und Stefan Hagedorn
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