Ein Angriff auf die Datenbank von
studiVZ, einer Plattform für Studierende, hat am Dienstag zu einem mehrstündigen Ausfall geführt. Eine bislang unbekannte Person hat Mailadressen, Zugangsdaten und
Freundschaftsverbindungen illegal aus der Datenbank auslesen können.
Strafanzeige gestellt
Am späten Abend war die Plattform erneut für drei Stunden ausgefallen, da zu viele Nutzer neue Passwörter für Ihren Zugang abfragen wollten. Aus Sicherheitsgründen hat studiVZ sämtliche Passwörter bereits kurze Zeit nach dem Angriff zurückgesetzt. Inzwischen hat das Unternehmen Strafanzeige gestellt, bestätigte Sprecherin Ann-Carolin Helmreich gegenüber der Redaktion. Derzeit ist nicht bekannt, wie viele Benutzer betroffen waren. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auf einzelne Profile zugegriffen wurde.
Problem behoben
Der Programmfehler wurde nach Angaben von studiVZ bereits identifiziert und behoben. Nicht betroffen waren schülerVZ und die internationalen Seiten des studiVZ. "Mit dem neuen Passwort können sie unserer Seite wieder problemlos
nutzen. Generell gilt natürlich das, was wir immer empfehlen: Keine zu einfachen Passwörter verwenden und die Passwörter immer wieder wechseln", unterstrich Helmreich.
Im Oktober 2005 wurde studiVZ Ltd. von zwei Studenten der HU Berlin gegründet und gehört seit Januar 2007 zur Holtzbrinck-Gruppe. Zu den zahlreichen beliebten Funktionen der Plattform zählt auch das so genannte "Gruscheln".
Problematik "Web 2.0"
Die Plattform studiVZ zählt zur Generation "Web 2.0", auch als "Mitmach-Internet" bekannt. Diese neue Generation des Internets, vielmehr eine Plattform zum interaktiven Austausch der Nutzer als die ehemalige strikte Trennung nach Produzent und Konsument, birgt aber auch einige Risken. Lesen Sie dazu unser
"Web 2.0"-Special.
Stefan Hagedorn