Mittwoch, 21.02.2007 10:28

Aktien-Spam verursacht Börsen-Turbulenzen

aus dem Bereich Sonstiges
Von Denise Bergfeld
Für die einen ist Spam ein Ärgernis, für die anderen ein Milliardengeschäft. Doch die Geschäfte, die mit Spam erzielt werden, sind mehr als fragwürdig. Dies zeigt aktuell wieder eine neue Spam-Welle, die seit einigen Tagen die deutschen E-Mail-Postfächer flutet. Betrüger verschicken dubiose Anleger-Tipps und verursachen so einen riesigen Kurssprung bei der Aktie der Hamburger Artstor AG.

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Reich durch Spam?

Seit Samstag landen die E-Mails mit dem Absender "Deutscher Anlage Report" massenweise in den elektronischen Postfächern. Der fragwürdige Text: "Liebe Leser, hiermit erhalten Sie eine geniale externe Gratis-Analyse von Deutscher Anlage Report: Es geht wieder steil bergauf! Wir empfehlen dringendst, sich mit Artstor AG Aktien einzudecken. Tageskurs am 15.2.2007: 4 Cent (0,039). Wochenziel: 10 Cent. Monatsziel: 40 Cent."

Fachleute bezeichnen solche E-Mails auch als "Stock-Spam". Wer den Spam in den vergangenen Tagen ernst nahm und die Artstor-Aktien kaufte, kann sich derzeit noch über satte Gewinne freuen. In vier Tagen stieg der Aktienkurs an der Frankfurter Börse von 3,8 Cent auf 25 Cent an und hat sich damit in der kurzen Zeit mehr als versechsfacht. Allein gestern verbuchten die Aktien der Artstor AG in Frankfurt einen Zuwachs um 161,11 Prozent. Das in der E-Mail anvisierte Wochenziel wurde innerhalb weniger Tage sogar übertroffen.

Kurzer Höhenflug, tiefer Fall

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Rasanter Kursanstieg durch Spam. Quelle: Ariva.de
Zahlreiche Spam-Empfänger scheinen somit die dubiosen Aktientipps ernst genommen zu haben. Kein Grund zur Börsen-Euphorie und zu Lobgesängen auf die Spammer: Denn was für manchen Käufer, der seine Aktien schnell wieder verkaufen konnte, nun mit einem satten Gewinn endet, kann auch genauso schnell nach hinten losgehen. Denn nach dem rasanten Anstieg folgt oft der schnelle und vor allem tiefe Fall. Die lachenden Gewinner sind vor allem die Spammer. Kurz bevor die E-Mail-Flut beginnt, decken sie sich mit den entsprechenden Aktien ein und stellen sie meist noch am selben Tag wieder zum Verkauf. Der massenhafte Versand der Spam-Mails verfolgt den Zweck, die Kurse nach oben zu treiben.

Gezielt suchen sich die Spammer dabei Aktien kleinerer unbekannter Firmen für ihre Betrügereien aus, wie auch in dem aktuellen Fall. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Bei den kleinen Firmen können größere Kursschwankungen schon mit kleinen Kauf- oder Verkaufszahlen erzeugt werden.

Lesen Sie auf Seite 2: Die Verbraucherzentrale nimmt den Fall unter die Lupe
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