Der Telekommunikationsanbieter Tele2 steht im Zentrum der Kritik. Die Beschwerden der Kunden über unlautere Telefonwerbung des Unternehmens haben nach Angaben der Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen und Bayern stark zugenommen.
Unterlassungsverfügungen
Es wurden in der Vergangenheit bereits mehrere Unterlassungsverfügungen gegen Tele2 erwirkt.
Eine Berufung auf die Tatsache, das Direktmarketing nicht selbst durchzuführen, wurde vom Düsseldorfer Landgericht nicht anerkannt. Ein Adressenhändler hatte Tele2 zugesichert, für die ihn vorliegenden Adressdaten eine wirksame Einverständniserklärung zur telefonischen Kontaktierung zu besitzen. Unter diesem Aspekt hatte das Unternehmen das Datenmaterial erworben und argumentierte vor Gericht, dass Werbeanrufe daher nicht rechtswidrig seien.
Betroffene sollen Beschwerde einlegen
Betroffene werden gebeten, sich bei den örtlichen Verbraucherzentralen zu beschweren. Die Verbraucherzentrale Bayern kündigte bei einer Fortsetzung des aggressiven Marketings eine konsequente Verfolgung an. Kein anderer Anbieter ist nach Angaben der Verbracherschützer im vergangenen Jahr so negativ durch Telefonwerbung aufgefallen wie Tele2.
Stefan Hagedorn