Die aktuelle Debatte um die Online-Durchsuchungen privater Computer erhitzt die Gemüter. Das Bundesinnenministerium, dem unter anderem die Bundespolizei untersteht, hätte gerne einen Freibrief für heimliche "Bundestrojaner-Attacken" – natürlich nur zum Schutz der Bürger vor Kriminalität und Terror. Die Internet-Gemeinde ist verschreckt. Drohen nun heimliche Spionage-Attacken auf die eigenen Rechner? Wer hat künftig Zugriff auf private Daten? Bezüglich der heimlichen Online-Durchsuchungen liegen die Antworten noch weit in der Zukunft. Doch wer einen Computer mit einer Internetanbindung besitzt, sollte sich schon heute bewusst sein, dass keine James-Bond-Methoden mehr nötig sind, um einen Computernutzer komplett zu überwachen.
Schläfer im System
Mit einfachen Tricks können fremde E-Mails gelesen, Passwörter ausspioniert, zuletzt angesehene Internetseiten dokumentiert und sogar der Aufenthaltsort eines Menschen ermittelt werden. Die nötige Hard- oder Software findet sich im Internet. Prinzipiell ist es für einen einigermaßen technisch versierten Computerfreak ganz einfach, einen fremden und ungeschützten Rechner heimlich auszuspionieren. Der einzige Haken: Es ist verboten und er macht sich damit strafbar.
eBlaster 5.0 spioniert fremde Computer aus.
Doch was vielen Menschen nicht bewusst ist: Überwachung wird schon heute zuhauf über das World Wide Web praktiziert. Und zwar nicht durch Polizei und Ministerium, sondern von Verwandten oder Vorgesetzten. Manche machen es heimlich, andere wiederum ganz offen und mit der eigenen Zustimmung. Der technische Fortschritt macht es möglich: Was früher dem Bundesnachrichtendienst vorbehalten war, kann heute im Prinzip jeder von zu Hause aus praktizieren. Ein Klick und das Internet verrät, wo sich das eigene Kind gerade aufhält oder welche Internetseite zuletzt aufgerufen wurde.
Alles wird protokolliert
Eines der zahlreichen Spionageprogramme, die aus dem Internet heruntergeladen werden können, ist "
eBlaster". Die Macher werben damit, dass Eltern mit eBlaster kontrollieren können, was ihr Kind am PC tut. "eBlaster ist eher für Personen gedacht, die nicht so häufig an dem PC sind, dessen Aktivitäten protokolliert werden sollen. Eltern die häufig verreisen, müssen nicht warten bis sie nach Hause kommen, um zu sehen was Ihre Kinder am PC getan haben", heißt es auf der Internetseite.