Der größte deutsche Kabel-Netzbetreiber, Kabel Deutschland (KDG), will bis zum Jahr 2009 massiv in das eigene Netz investieren. KDG-Technikchef Lorenz Glatz erklärte heute auf der Euroforum Jahrestagung "Telecom Trends" in Köln, dass bis 2009 rund 500 Millionen Euro investiert werden sollen, um das eigene Netz aufzuwerten.
Massiver Netzausbau
Glatz räumte ein, dass die Netzinfrastruktur in Deutschland weit hinter dem internationalen Wettbewerb hinterherhinkt. Gleichzeitig betonte er aber auch, dass im deutschen Kabelmarkt für die Zukunft noch viel Potenzial liege. Bei Kabel Deutschland spielt dabei das Kapitel Triple Play, das heißt, TV, Internet und Telefon aus einer Hand anzubieten, eine entscheidende Rolle. Bis Ende 2009 sollen 90 Prozent der an das Netz von Kabel Deutschland angeschlossenen Haushalte ein Triple-Play-Produkt von KDG bestellen können, so Glatz. Vor allem in Ost- und Mitteldeutschland sei ein Ausbau des Netzes geplant. Dabei werden unter anderem die Netzverstärker ausgetauscht. Im gesamten Netz von KDG stehen davon aktuell gut 130.000 Stück.
Enormer Kapazitätsspielraum
Gleichzeitig verdeutlichte der KDG-Technikchef, dass Kabelkunden theoretisch von einer hohen Kapazität profitieren können. Technisch sei eine Anbindung von bis zu fünf Gigabit pro Sekunde machbar, allerdings müssten sich diese Kapazität alle Einwohner eines Wohngebietes teilen. Anders als DSL-Leitungen seien Kabelnetze jedoch nicht von der Entfernung zu Hauptverteilern abhängig. Je weiter der DSL-Anschluss von der Vermittlungsstelle entfernt ist, desto geringer fällt die bereitstellbare Übertragungsgeschwindigkeit aus.
Keine Angst vor "nacktem DSL"
Angst vor entbündelten DSL-Anschlüssen habe man bei KDG nicht, sagte Götz.
DSL Kabel-Internet sei eine echte Alternative zu DSL-Anschlüssen und zum Netz der deutschen Telekom. Für die Zukunft rechnet Götz mit weiter fallenden Endkundenpreisen. Bezugnehmend auf das Kernprodukt von Kabel Deutschland, das Fernsehen, geht Götz von einer raschen Steigerung der Beliebtheit des hochauflösenden TV-Standards HD aus. Zwar seien im vergangenen Jahr bei KDG nur 68.000 HD-Settop-Boxen verkauft worden, in fünf bis zehn Jahren sei HD aber "das dominierende TV-Signal".