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Ein ganz normales Wohnhaus im Belgischen Viertel von Köln. Auf den Klingelschildern stehen die Namen mehrerer Familien. Nichts deutet darauf hin, dass sich hinter den Türen etwas Besonderes verbirgt. Für eine handvoll Journalisten öffnet sich die Haustür und es geht hinab in den Keller. Hinter der Altbau-Fassade befindet sich ein Technikraum des "CityNetCologne", dem schnellen Glasfasernetz des Kölner Telekommunikationsanbieters. Hier sollen später die Daten aus bis zu 1.000 Gebäuden zusammen laufen. Derzeit sind es rund 40 Häuser, die an das Glasfasernetz angeschlossen sind. Die Kabel aus den Technikräumen laufen alle in einer Zentrale im Kölner Westen zusammen.
Es wird scharf geschossen
Im Keller des Wohnhauses herrscht ein geschäftiges Treiben. Zwei Techniker rufen sich auf niederländisch Anweisungen zu. Überall Kabel und Schränke, wohin das Auge blickt. Hier laufen die Glasfasern zusammen und werden zu den einzelnen Wohnhäusern "verlegt" oder, besser gesagt, "geschossen" - mit Luftdruck durch kleine Röhrchen mit einem Durchmesser von nur fünf Millimetern. Zielgenau können die Techniker mit einem speziellen Gerät die gelben Glasfaserkabel so bis zum Kunden bringen und dabei eine Distanz von bis zu einem Kilometer überwinden. Am Zielort wartet ein weiterer Techniker und nimmt das Glasfaserkabel in Empfang. In den Häusern angekommen wird es direkt mit der Hausverkabelung verbunden, neue Kabel müssen nicht verlegt werden.
In jedem einzelnen dieser Kabel stecken vier Glasfasern. Bei Bedarf kann auch ein dickeres mit mehr Fasern nachgerüstet werden. "Einer dieser Technikräume ersetzt in etwa 35 der grauen Kästen, wie sie die Telekom an den Straßen aufgestellt hat", sagt Netcologne-Geschäftsführer Werner Hanf stolz. Weiterer Vorteil sei, dass die Technik nicht den schwankenden Witterungsbedingungen draußen ausgesetzt sei und es so zu weniger Ausfällen komme.
80 Prozent der Gebäudeeigentümer im Belgischen Viertel haben laut Netcologne bislang eingewilligt, sich ans CityNetCologne anschließen und das Glasfaserkabel bis ins Haus legen zu lassen. Auf den Hauswirt kommen dabei keine Kosten zu. Die Hauseigentümer zu überzeugen sei aber nicht immer ganz einfach gewesen, sagt Hanf. Vor den betreffenden Häusern entstand schließlich eine kleine Baustelle. "Wir haben uns bemüht, die Unannehmlichkeiten für die Anwohner so gering wie möglich zu halten". Nach einem Tag seien die nötigen Kabel verlegt und die Baustellen meist wieder verschwunden.



