Nach mehr als einem Jahr juristischem Hin und Her scheint die Fusion zwischen den beiden Telekommunikationsunternehmen mobilcom und freenet nun endlich besiegelt. Gestern hat das zuständige Landgericht Kiel der Gesellschaft sowie dem letzten von ursprünglich 24 Klägern einen Teilprozessvergleich empfohlen, dem nun beide Seiten zugestimmt haben. Nun muss das Gericht den Vergleich nur noch förmlich protokollieren und die Fusion ist endlich unter Dach und Fach.
Große Zukunftspläne
Der Vorstandsvorsitzende der mobilcom AG, Eckhard Spoerr, hat bereits große Pläne für die Zukunft: Man wolle möglichst schnell durch kombinierte Produkte von dem anhaltenden Trend der Konvergenz von Mobilfunk und Internet profitieren und den durch die Klage entstandenen zeitlichen und strategischen Nachteil nach Möglichkeit aufholen. "Die Karten im Wettbewerb um die circa 40 Millionen Telefonanschlüsse, die es in Deutschland zu verteilen gilt, werden neu gemischt und wir wollen unsere Marktanteile kontinuierlich steigern", sagte Spoerr.
Die Börse dankt's
Auch den Wertpapieren der beiden Unternehmen hat die Nachricht über die Entscheidung in Sachen Fusion gut getan. Mobilcom und freenet konnten bereits gestern Abend ein Plus bei ihren Aktienkursen verzeichnen, das heute weiter ausgebaut wurde. Parallel treffen die Unternehmen bereits die notwendigen Vorbereitungen für die Börsennotierung der neuen Aktien. Allerdings soll die Verschmelzung an der Börse erst Ende Februar folgen.
Ursprünglich war die Fusion bereits im August 2005
beschlossen worden. Allerdings hatten 24 Aktionäre gegen dieses Vorhaben
geklagt. Seitdem rangen die Parteien um eine Einigung. Der Finanzlage scheint das aber nicht geschadet zu haben: Bereits im Dezember kündigte Spoerr gegenüber der WirtschaftsWoche an, dass die
Kassen ausreichend gefüllt seien, um Übernahmen für ein beschleunigtes Wachstum der fusionierten Unternehmen in Betracht zu ziehen.