Knapp drei Viertel aller deutschen Unternehmen haben eine eigene Homepage. Wie der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) am Montag in Berlin mitteilte, besaßen im vergangenen Jahr 73 Prozent der deutschen Firmen einen Internet-Auftritt. Das entspricht einem leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.
Skandinavier liegen vorne
Damit lag die Bundesrepublik den Angaben zufolge über dem EU-Durchschnitt von 64 Prozent und EU-weit auf dem siebten Platz. Beim Spitzenreiter Schweden haben 86 Prozent der Firmen einen Internet-Auftritt, in Dänemark 83 Prozent und in Finnland 80 Prozent. Schlusslichter sind Ungarn, wo 42 Prozent der Unternehmen eine Website haben und Lettland, wo es nur 34 Prozent sind.
"Nicht nur große Konzerne, sondern auch immer mehr kleine Firmen nutzen das Internet als Schaufenster", betonte BITKOM-Vizepräsident Jörg Menno Harms. "Dabei spielen interaktive und multimediale Elemente eine zunehmende Rolle - etwa virtuelle Probefahrten auf den Homepages der Autobauer." Die Internetseiten dienen den Unternehmen laut BITKOM als Informationsportale zu Produkten und Dienstleistungen, aber auch als Online-Shops. Allein im vergangenen Jahr gaben Privatpersonen in Deutschland demnach mehr als 40 Milliarden Euro im Internet aus. Die Transaktionen zwischen Unternehmen eingerechnet belaufe sich das Handelsvolumen beim E-Commerce sogar auf mehr als 400 Milliarden Euro.
E-Commerce boomt
Damit wurden 2006 rund 30 Prozent aller in Westeuropa über das Internet gehandelten Waren und Dienstleistungen hierzulande verkauft. "Trotz leicht sinkender Wachstumsraten boomt der E-Commerce wie selten zuvor - und dies unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung", erklärte Harms. Nach BITKOM-Schätzungen dürfte der gesamte Online-Umsatz in Deutschland bis 2009 auf jährlich rund 700 Milliarden Euro steigen.
Denise Bergfeld
/ afp