Brüssel will EU-weit schärfere Kontrollen bei so genannten "Killerspielen" durchsetzen. Ende März will EU-Justizkommissar Franco Frattini entsprechende Gesetzespläne vorlegen, wie er gestern in Brüssel vor deutschen Journalisten ankündigte.
Die EU müsse verhindern, dass gewaltverherrlichende Computerspiele oder DVDs in die Hände von unter 16-Jährigen gerieten, sagte Frattini. In einigen Mitgliedstaaten gebe es ein "zu niedriges Kontrollniveau". Dabei baut er nach eigenen Worten auch auf die Unterstützung der Bundesregierung. Die EU-Justizminister wollen am kommenden Dienstag bei einem informellen Treffen in Dresden über das
Thema beraten.
Schärfere Kontrollen
Seine Pläne will Frattini nach dem 21. März vorstellen. Ihm gehe es vor allem darum, EU-weit "die Regeln zu harmonisieren", sagte der italienische Kommissar. Vor allem will er der Abgabe von Killerspielen an Minderjährige einen Riegel vorschieben. "In einigen Ländern kann man Videospiele oder DVDs kaufen, ohne den Personalausweis vorzeigen zu müssen", sagte Frattini. Er will die Kontrollen verschärfen und Verkäufer bestrafen, die nicht jugendfreies Material weitergeben. Unterstützt wird er nach eigenen Angaben von acht Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien.
In Deutschland war die Debatte über "Killerspiele" im vergangenen Jahr nach dem Amoklauf im nordrhein-westfälischen Emsdetten hochgekocht. Dort hatte ein Schüler und Nutzer solcher Spiele mehrere Menschen verletzt und sich anschließend selbst getötet. Bayern hatte daraufhin angekündigt, auf Bundesebene für schärfere Gesetze eintreten zu wollen.
Hayo Lücke
/ afp