Die Landesregierungen von Bayern und Nordrhein-Westfalen haben sich aktiv in das Tauziehen um die Zukunft von BenQ Mobile eingeschaltet. Am Montag wollen Vertreter der Wirtschaftsministerien beider Länder in Düsseldorf mit einer deutsch-amerikanischen Investorengruppe über deren Übernahmemodell beraten, wie NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) in Düsseldorf ankündigte.
Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) bot bereits finanzielle Unterstützung des Freistaats an. "Falls es für den Standort München zu einer Fortführungslösung kommt, werden wir die rechtlichen Möglichkeiten für staatliche Bürgschaften ausschöpfen."
Es geht um viel
An dem Gespräch am Montag sollen neben den Vertretern der Ministerien auch die bislang nicht namentlich bekannt gewordene Investorengruppe und deren Finanzierungspartner sowie Insolvenzverwalter Martin Prager, die Arbeitnehmerseite sowie Verantwortliche von Siemens teilnehmen.
BenQ Mobile ist die ehemalige Siemens-Handysparte, der Konzern hatte nach der Pleite die Finanzierung von Übernahmegesellschaften übernommen. "Wir wollen schnell wissen, ob eine tragfähige Lösung für den insolventen Handyhersteller BenQ Mobile mit den Standorten Kamp-Lintfort und Bocholt möglich ist", erklärte Thoben. Huber betonte, für Bayern bleibe es "oberstes Ziel, eine tragfähige Lösung für möglichst viele Betriebsteile und Arbeitsplätze bei BenQ Mobile zu finden". Der Freistaat sei selbstverständlich bereit, sich an Gesprächen und Verhandlungen zu beteiligen und auch die Rolle des Moderators zu übernehmen.
Die "Welt" berichtet unterdessen, dass es einen zweiten ernsthaften Interessenten gebe. Unternehmensnahe Kreise und Arbeitnehmervertreter hätten bestätigt, ein von einem in den USA lebenden Deutschen geführtes Konsortium habe als strategischer Investor Interesse angemeldet.
Hayo Lücke
/ afp