Mittwoch, 03.01.2007 17:21

100 Millionen Euro für's studiVZ

aus dem Bereich Sonstiges
Eine der bekanntesten Web 2.0-Communities, das Studiverzeichnis (studiVZ), hat einen neuen Besitzer. Wie heute bekannt wurde, hat die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gestern das in den zurückliegenden Wochen immer wieder in der Kritik stehende Portal übernommen. Offiziell wurde über den Kaufpreis Stillschweigen vereinbart. Branchenkreise sprechen aber von etwa 100 Millionen Euro, die von der Verlagsgruppe gezahlt wurden, zu der auch das Handelsblatt und Die Zeit gehören.

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Volle Konzentration auf das Portalgeschäft

Bisher war Holtzbrinck nur über eine Minderheitsbeteiligung am studiVZ beteiligt. Es hatte in den zurückliegenden Wochen aber immer wieder Gerüchte gegeben, wonach der Aufkauf unmittelbar bevorstehe. StudiVZ-Gründer Ehssan Dariani, der seinem eigenen Portal durch unrühmliche Party- und U-Bahn-Videos sowie zweifelhafte E-Mails einen heftigen Imageschaden verpasste, blickt positiv in die Zukunft. "Mit der Übernahme ist studiVZ langfristig abgesichert. Jetzt können wir uns voll auf den weiteren Ausbau der Plattform und neue Angebote für unsere Nutzer konzentrieren."

Das ist auch notwendig. Das Portal musste zuletzt aufgrund eklatanter Sicherheitslücken mehrere Tage offline geschaltet werden. Durch die rasant wachsende Community kam es darüber hinaus immer wieder zu massiven Verbindungsproblemen.

Gründerteam bleibt an Bord

Für Konstantin Urban, Geschäftsführer von Holtzbrinck Networks, sind die Image-Probleme der letzten Wochen zumindest offiziell kein Grund zu zweifeln. "Die Community hat inzwischen über eine Million aktive Mitglieder. Den Erfolg verdankt die Plattform ihren Gründern und allen Mitarbeitern, die auch die schwierige Phase des schnellen Wachstums in den letzten Monaten erfolgreich gemeistert haben." Nicht zuletzt deshalb soll das bestehende Team weiter an Bord bleiben.

Im studiVZ können Studenten eigene Profile mit Texten und Fotos erstellen und untereinander Nachrichten austauschen. Da sichtbar ist, an welcher Universität die Studenten eingeschrieben sind, sollen schnell neue Kontakte geknüpft werden können. Außerdem lassen sich Nutzergruppen erstellen, in denen der Gedankenaustausch über bestimmte Themen möglich ist.

Die Intergenia AG, zu der auch onlinekosten.de gehört, betreibt unter www.studylounge.de ein ähnliches Netzwerk, das ebenfalls auf die Bedürfnisse von Studenten zugeschnitten ist.
Hayo Lücke
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