Im deutschen Silicon Valley in Dresden steht der Bau der nächsten großen Chip-Fabrik kurz bevor. Wie die
Financial Times Deutschland (FTD) berichtet, soll in der ostdeutschen Metropole das weltweit erste Werk zur Herstellung von Halbleitern aus Kunststoff entstehen. Nach Informationen der Zeitung habe sich das britische Unternehmen Plastic Logic Mittel in Höhe von 100 Millionen US-Dollar für den bau der Fabrik gesichert. Laufe alles nach Plan, soll die Produktion Ende 2008 in Betrieb gehen.
Wesentlich günstiger
Der größte Vorteil von Plastikchips sind die deutlich geringeren Kosten. Nach FTD-Angaben sind sie bis zu 90 Prozent günstiger als heute verwendete Produkte aus Silizium. Auf der anderen Seite sind die Kunststoffchips aber auch noch lange nicht so leistungsfähig. Ausgangsmaterial sind Kohlenstoffverbindungen, so genannte Polymere, die entweder leitfähig oder halbleitend sind. Als mögliche Einsatzfelder sind elektronische Preisschilder für Lebensmittel anstelle von Barcodes oder Anwendungen in Textilien.
Als Geldgeber für den Bau der Fabrik stehen laut FTD die US-Beteiligungsgesellschaften Oak Investment Partners und Tudor Investment parat. Aktionäre von Plastic Logic sind unter anderem der Chiphersteller Intel, der Chemiekonzern BASF und der Elektronikkonzern Siemens. Plastic Logic selber sieht sich mit den eigenen Entwicklungen nach eigenen Angaben zwei Jahre vor der Konkurrenz.
Hayo Lücke