Der Handyhersteller BenQ Mobile ist nun offiziell pleite. Drei Monate nach dem Zusammenbruch der ehemaligen Siemens-Sparte wurde am Neujahrstag das Insolvenzverfahren eröffnet, wie eine Sprecherin des Amtsgerichts München sagte. Der Insolvenzverwalter Martin Prager hatte bis zuletzt vergeblich nach einem Investor gesucht. Die Produktion läuft nun aus, dann wird der Betrieb stillgelegt, sagte ein Sprecher Pragers.
Betroffen sind rund 3000 Beschäftigte, von denen zuletzt noch ein Drittel im Betrieb gearbeitet hatte. Einige erhielten bei Siemens einen neuen Job. Die Verbliebenen sollen in zwei Beschäftigungsgesellschaften an den Standorten München und Kamp-Lintfort am Niederrhein wechseln.
Trotz der offiziellen Pleite wollten weder das Gericht noch der Insolvenzverwalter die Hoffnung auf ein Weiterbestehen von BenQ aufgeben. Es sei nicht ausgeschlossen, dass sich in den kommenden Tagen oder Wochen womöglich doch noch Investoren finden, die dann zu anderen Konditionen einsteigen könnten, hieß es von Seiten des Insolvenzverwalters. Bei einem nahtlosen Übergang an einen neuen Eigner hätte der Käufer auch die kostspieligen Personalverpflichtungen übernehmen müssen, die nun wegfallen. Die Arbeitnehmervertreter hatten bis zuletzt Hoffnung verbreitet und erklärt, es gebe einen ernsthaften Interessenten, der ein Angebot vorlegen wolle.
Siemens hatte seine Handysparte im vergangenen Jahr an BenQ abgegeben. BenQ Mobile musste jedoch dann Ende September Insolvenz anmelden, nachdem der taiwanische Mutterkonzern den Geldhahn abgedreht hatte. Das Unternehmen schrieb erhebliche Verluste, die nun zu Lasten der Gläubiger gehen. Daher wurde nun das Insolvenzverfahren eröffnet.
Hayo Lücke
/ afp