Ob vor der roten Ampel oder im schnell fließenden Verkehr auf der Autobahn - das Telefonieren mit dem
Handy am Ohr gilt bei Autofahrern offenbar weiter als lässliche Sünde. Die Polizei in Brandenburg verzeichnete nach eigenen Angaben eine deutliche Zunahme an Verstößen.
Mehr Verstöße
In den ersten elf Monaten habe es eine Zunahme der Verstöße gegen das Handyverbot am Steuer um fast zwei Drittel auf 8.943 Fälle (2005: 5.423) gegeben. Für die erwischten Autofahrer bedeutete dies nicht nur 40 Euro Bußgeld, sondern auch einen Punkt in der Flensburger "Verkehrssünderdatei". Auch Radfahrer werden bei Verstößen mit einem Verwarngeld von 25 Euro zur Kasse gebeten.
Innenminister Jörg Schönbohm forderte die Verkehrsteilnehmer auf, das Handyverbot strikt zu beachten. "Verstöße gegen das Handyverbot sind kein Kavaliersdelikt. Wer mit dem Mobiltelefon am Ohr fährt, kann auf das Verkehrsgeschehen nicht angemessen reagieren. Das kann in Gefahrensituationen tödlich sein - für andere Verkehrsteilnehmer und den Handysünder selbst. Freisprechanlagen gibt es schon für wenig Geld im Handel. Dieses Geld sollte jedem, der auch im Auto telefonieren will, die eigene Sicherheit und die Sicherheit anderer wert sein."
Freisprecheinrichtungen wirklich sicherer?
Allerdings hatte eine neue Studie kürzlich gezeigt, dass auch Freisprecheinrichtungen
ablenken und das Unfallrisiko nicht so deutlich senken, wie von der Allgemeinheit angenommen wird.
Hayo Lücke