Viele PC-Nutzer sind gern auf dem neuesten Stand der Dinge. Neue Software auf dem heimischen PC zu installieren, ist meist aber auch ein recht kostspieliges Vergnügen. Daher gehen immer mehr Personen dazu über, lizenzpflichtige Programme verbotenerweise aus dem Internet herunter zu laden oder alternativ günstig als Gebrauchtversion zu kaufen. Das stößt nun dem weltgrößten Softwarekonzern Microsoft übel aus.
Wie das "Handelsblatt" berichtet, sei dem US-Konzern vor allem der schwunghafte Handel mit gebrauchten Programmen, die er einst mit Mengenrabatt verkauft habe, ein Dorn im Auge. In Briefen an seinen Kunden warne Microsoft, dass sie keine Software aus so genannten Volumenlizenzverträgen kaufen sollten, ohne vorher dafür das Einverständnis eingeholt zu haben. "Ohne diese Zustimmung hergestellte Programminstallationen sind nach den Microsoft-Lizenzbestimmungen rechtswidrig, ihr Einsatz ist gegebenenfalls sogar strafbar", heiße es in den Schreiben.
Verstoß gegen Nutzungsrechte?
Microsoft argumentiert, dass die zum Kauf angebotenen Lizenzen in der Regel eins mit einem Abschlag oder Rabatt von dem Software-Riesen an seine Kunden verkauft wurden. Würden diese Pakete dann aufgeschnürt und einzeln weiterverkauft, verstoße dies gegen die Nutzungsrechte. Rechtsanwalt Joachim Schrey sieht dies nach Handelsblatt-Angaben nicht ganz so eindeutig. Zwar habe der Bundesgerichtshof mit seinem Verweis auf den Erschöpfungsgrundsatz eigentlich klargestellt, dass der Handel mit gebrauchten Softwarelizenzen urheberrechtlich nicht angreifbar ist, doch man erwerbe mit dem Kauf ein Vervielfältigungsstück, das nicht mit dringlicher – als fortdauernder – Wirkung an einen bestimmten Computer, an eine bestimmte Hardware gebunden sei.
Unter anderem möchte Microsoft mit seinem Schreiben Firmen wie Usedsoft schaden, die in großem Stil gebrauchte Software aufkaufen, um sie anschließend wieder zu verkaufen. Zu den Kunden des Wiederverkäufers gehören unter anderem der Lebensmittelriese Edeka, die Bierbrauerei Veltins, Woolworth und der Flughafen München.
Hayo Lücke