2006 war für die Hardware-Industrie eher ein ruhiges Jahr, was sich bereits auf der
CeBit angedeutet und auf der IFA und Systems fortgesetzt hat. Keine neuen, spektakulären Technologien wurden vorgestellt, stattdessen arbeitete man hauptsächlich an Altbewährtem und sorgte mit Verbesserungen für mehr Leistung.
Blu-ray gegen HD-DVD
Die CeBit 2006 stand im Zeichen der beiden Speicher-Technologien Blu-ray und HD-DVD, die aber bereits ein Jahr zuvor vorgestellt wurden. Der Fachpresse ging es hauptsächlich darum, die ersten serienreifen Modelle zu sehen und zu testen. Kurz bevor die CeBit ihre Pforten öffnete, gab es zwar für ausgesuchte Print- und Online-Medien das eine oder andere Engineering-Sample, jedoch hatten die Vorserienmodelle mehr Fehler als Funktionen. So war beispielsweise noch nicht klar, welcher Kopierschutz in den HD-DVD-Laufwerken zum Einsatz kommen wird.
Auf der CeBit hofften alle Journalisten also die ersten serienreifen Geräte vorzufinden. Toshiba hatte sogar angekündigt, mit dem HD-XA1 den ersten HD-DVD-Player für das Wohnzimmer vorzustellen. Um so enttäuschter waren die Interessenten, als sie bei einem Besuch bei Toshiba erfahren mussten, dass es das Gerät derzeit nur in den USA und mit einer etwas anderen Ausstattung zu kaufen gibt. Der Zeitpunkt für die Einführung des Gerätes in Europa war zu diesem Zeitpunkt noch nicht festgelegt worden. Erst vor wenigen Tagen, also rund acht Monate nach der CeBit, wurde bekannt gegeben, dass ab kommenden Jahr mit dem Toshiba HD-XA1 und dem HD-XE1 zu rechnen sei.
Interesse abgeschwächt
Mittlerweile hat sich das Interesse an den Geräten wieder ein wenig gelegt. Kein Wunder, denn HD-DVD-Geräte gibt es noch keine auf dem Markt und Blu-ray-Brenner sind mit rund 850 Euro nicht gerade billig. Ein Blu-ray-Rohling mit 25 Gibabyte Kapazität kostet darüber hinaus noch mal 15 Euro, wenn es sich nicht gerade um ein Sonderangebot handelt. Für den Preis bekommt der Anwender einen Zehnerpack Double- oder Dual-Layer-Rohlinge und kann auf eine Gesamtspeicherkapazität von 85 Gigabyte zurückgreifen. Einen passenden und schnellen DVD-Brenner gibt es mittlerweile bereits für unter 50 Euro. Solange die Preise für Blu-ray also nicht deutlich fallen, werden diese Laufwerke weiterhin für die meisten Anwender uninteressant bleiben.
Ganz ruhig ist es um die HD-DVD-Laufwerke geworden. Eigentlich sollte mit dem NEC HR-1100A schon kurz nach der CeBit ein Gerät in die Serienproduktion gehen, das HD-DVDs lesen kann. Auch ein HD-DVD-Brenner wurde vorgestellt, doch zu kaufen gibt es die Geräte im Moment nicht. Stattdessen wurde auf der diesjährigen Games Convention im September ein externes HD-DVD-Laufwerk für die
Xbox 360 vorgestellt, das mit einigen
Tricks auch am PC angeschlossen werden kann.