Donnerstag, 28.12.2006 09:14

Gezerre um VDSL - Das Breitband-Jahr 2006

aus dem Bereich Breitband
Das Jahr 2006 war turbulent. Im Geschäft mit breitbandigen Internetanschlüssen vor allem geprägt durch den Streit um das schnelle VDSL-Netz der Deutschen Telekom AG. Länger als ein Jahr herrscht nun ein offener Schlagabtausch zwischen Telekom, Telekom-Konkurrenten, Bundesregierung, Bundesnetzagentur und EU-Kommission. Die Interessen der großen Gegenspieler sind klar: Die Wettbewerber wollen mit auf das schnelle Netz, eigene Produkte anbieten und die Bundesnetzagentur soll die Preise und Bedingungen festlegen. Die Telekom hingegen will ihre Investitionen schützen, ihr schnelles Netz für sich und wenn überhaupt zu selbst festgelegten Preisen und Konditionen vermarkten. Wir blicken zurück auf VDSL und die wichtigen Ereignisse dieses Jahres.

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Januar: Geschickter Schachzug

Die Wettbewerber der Telekom starten einen geschickten Schachzug, um den Bonner Konzern unter Druck zu setzen: Sie signalisieren öffentlich Bereitschaft, sich an den Investitionen an das neue VDSL-Netz finanziell zu beteiligen. United Internet bietet 500 Millionen Euro, die freenet.de AG kurz darauf 200 Millionen. Der Ex-Monopolist zeigt sich unbeeindruckt. Man wolle das Feld nicht den Wettbewerbern überlassen, so der damalige Konzernchef Kai-Uwe Ricke.

Februar: Erster Warnschuss

Die Wettbewerber starten erste Versuche, sich von der Telekom zu lösen: Hansenet plant ein eigenes, flächendeckendes VDSL-Netz in der Metropole Hamburg und will so dem Ex-Monopolisten Paroli bieten. Der Kölner Regionalanbieter NetCologne kündigt an, 200 Millionen Euro zu investieren und spätestens im Mai mit dem Bau eines eigenen Glasfasernetzes zu beginnen. Bis zu 100 Megabit pro Sekunde sollen möglich sein. Aus Brüssel zieht ein starker Gegenwind auf: Die EU-Kommission klopft der Bundesregierung das erste Mal auf die Finger. Die EU-Kommissarin Viviane Reding warnt Bundeswirtschaftsminister Michael Glos davor, das VDSL-Netz der Telekom von der Regulierung freizustellen. Eine solche Ausnahme verstoße gegen das geltende EU-Recht.

März: Ein neuer Markt?

Jetzt fehlt nur noch das passende Netz: AVM stellt auf der CeBIT zwei VDSL-Endgeräte für Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde vor während der Wind aus Brüssel stärker wird. Reding kündigt an, ein Vetragsverletzungsverfahren gegen Deutschland einzuleiten, sollte die Bundesregierung an ihren Gesetzesplänen zugunsten der Telekom festhalten. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, fordert von der Telekom eine Präzisierung ihrer VDSL-Pläne. Die Telekom müsse sagen, welche Produkte sie über das neue Netz anbieten wolle. Der Regulierer will ermitteln, ob es sich um einen neuen Markt handelt. Neue Märkte sollen nach dem Vorhaben der Bundesregierung nicht reguliert werden.

April: Bauarbeiten abgeschlossen

Erste Station erreicht: Die Deutsche Telekom gibt bekannt, die Bauarbeiten in zehn angehenden VDSL-Städten weitgehend abgeschlossen zu haben. Ab Mitte Mai soll das Netz bei einem Feldtest erstmals geprüft werden.
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