Das Online-Auktionshaus
eBay gibt seine eigene Internetseite in China auf, dies berichtet heute das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insiderinformationen. Statt dessen schließt sich das Unternehmen mit dem lokalen Auktionär
Tom Online in China zusammen.
Teuer erkauft
Die Oberhand in dem Joint-Venture hat Tom Online. 40 Millionen Dollar soll eBay nach einem Bericht der Nachrichtenagentur pte für einen 49-prozentigen Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen gezahlt haben. Tom Online investierte 20 Millionen Dollar. Branchenexperten werten diesen Schritt als ein Eingeständnis des Unternehmens, in China gescheitert zu sein, berichtet zudem die New York Times.
Zwar ist China hinter den USA der zweitstärkste Internetmarkt, aber das Auktionshaus eBay erreicht in dem Land nur rund drei Prozent der Nutzer. Die chinesische Regierung übt auf ausländische Unternehmen im eigenen Land großen Druck aus: Da die Regierung in erster Linie chinesischen Unternehmen zu mehr Know-how verhelfen will, drängt sie Unternehmen aus dem Ausland zu Zusammenschlüssen, damit diese die Konkurrenz aus China mit an die Spitze ziehen.
Das chinesische eBay-Portal schließt bald die Pforten.
Dass eBay nachgegeben hat und sich nun mit Tom Online zusammenschließt, könnte laut pte auch mit der bevorstehenden Lizenzvergabe für elektronische Bezahldienste in China zusammenhängen. Mit einem chinesischen Unternehmen im Boot hat PayPal in China bessere Chancen, eine Lizenz zu erhalten.
Denise Bergfeld