In der Europäischen Union werden Rufe nach einer Ächtung von gewaltverherrlichenden Video- und Computerspielen immer lauter.
Debatte nach Amoklauf
Großbritannien und die EU-Kommission forderten die Bundesregierung auf, dies zu einem Thema für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft ab dem 1. Januar zu machen, wie Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) am Montag nach einem Treffen mit ihren EU-Kollegen in Brüssel berichtete. Die Debatte war nach dem Amoklauf eines 18-Jährigen in einer Schule im nordrhein-westfälischen Emsdetten in Deutschland erneut entflammt.
Zypries: Nationale Rechtslage ausreichend
Die nationale Rechtslage hält Zypries nach eigenen Worten für ausreichend. Die Bundesregierung habe erst vor zwei Jahren die so genannten Killerspiele unter Strafe gestellt, unterstrich die Ministerin: "Wir haben da in Deutschland schon sehr viel gemacht." Daneben gebe es ein "ausgeklügeltes System" von freiwilligen Selbstkontrollen.
Das Thema wird möglicherweise die europäischen Justiz- und Innenminister bei einem informellen Treffen in Dresden am 15. und 16. Januar beschäftigen. Dazu will Zypries aber noch die Zustimmung von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) einholen. EU-Justizkommissar Franco Frattini hatte die EU-Mitgliedstaaten kürzlich in einem Brief zu entschlossenem Handeln gegen die oft "obszönen und perversen" Spiele aufgefordert.
Denise Bergfeld
/ afp