In wenigen Wochen ist es soweit: dann werden in Deutschland 19 statt 16 Prozent Mehrwertsteuer fällig. Das bedeutet aber nicht, dass auch bei allen Unternehmen automatisch die Preise steigen.
Mehrwertsteuer als Marketinginstrument
Gerne "schenken" Unternehmen den Kunden im Rahmen von Sonder- und Werbeaktionen die Mehrwertsteuer - genauer gesagt geben sie einen entsprechenden Rabatt in der Höhe der Steuer. Hostinganbieter 1blu hingegen will seine Preise halten und erhöht die Mehrwertsteuer zum 1. Januar des kommenden Jahres erst gar nicht. Oder erneut etwas genauer formuliert: die Preise bleiben bestehen und die nun erhöhte Mehrwertsteuer wird nicht an die Kunden weitergereicht. Nach eigenen Angaben will 1blu die Preise weder für Bestandskunden noch für neue Kunden erhöhen und somit die zusätzliche Mehrwertsteuer komplett selbst übernehmen.
Weder offene noch verdeckte Preiserhöhungen
"1blu-Kunden können sich darauf verlassen, dass sie nicht plötzlich mehr bezahlen müssen", sagt Johann Dasch, Vorstand der 1blu AG. "Auch eine indirekte Preiserhöhung, zum Beispiel über die Einführung einer kostenpflichtigen 01805-Hotline wird es nicht geben."
Somit läuft das Rennen um die kundenfreundlichste Mehrwertsteuerlösung. 1blu hat nun vorgelegt und es bleibt abzuwarten, wie sich die anderen Hoster positionieren. Eines ist zumindest sicher: kalt lässt diese unpopuläre Steuererhöhung niemanden.
Stephan Humer