Montag, den 20.11.2006 18:26

SimCity zocken für die Wissenschaft

aus dem Bereich Sonstiges
Gebäude und Städte errichten und das Wuseln kleiner virtueller Bewohner beobachten – Städte- und Gesellschaftssimulationen wie "SimCity", "Die Sims" oder auch "Second Life" ziehen immer mehr Zocker vor die Bildschirme, auch solche, die normalerweise eher wenig mit Computerspielen am Hut haben. Jetzt erhalten die Simulationen Interesse von unerwarteter Seite: Einige Wissenschaftler aus Großbritannien entdecken diese Spielekonzepte für sich.

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Simulation realer Gesellschaften

Ein E-Science-Projekt soll ganz Großbritannien nachbilden. Sozialwissenschaftler der University of Leeds haben Informationen Pressetext Deutschland (pte) zufolge ein Software-Modell entwickelt, dass sie bei der Simulation realer Gesellschaften unterstützt. "Wir entwickeln ein Modell, das ganz Großbritannien mithilfe von virtuellen Individuen und Haushalte abbildet", erklärt Mark Birkin, Universitätsprofessor und Leiter des Projekts. Das Simulationsmodell soll so umfassend werden, dass die Wissenschaftler damit in der Lage sein werden, potenzielle demographische Entwicklungen besser voraussagen zu können. So könnten damit zukünftig Konsequenzen politischer Entscheidungen vorab virtuell zu testen.

Volkszählung als Basis

Damit die Simulation möglichst nahe an der Realität ist, werden der virtuellen Bevölkerung Attribute und Verhaltensweisen zugeschrieben, die aus tatsächlichen Untersuchungen und real vorhandenen Datenbanken stammen. So fließen auch anonymisiert die Daten der britischen Volkszählung aus dem Jahr 2001 ein. Hinzu kommen Datensätze von verschiedenen Behörden wie Wohn- und Einkommenssituation, Gesundheitsstatus oder Autogebrauch der Bevölkerung. Das Simulationsmodell baut auf modernen Grid-Computing- und e-Science-Technologien auf. Die Finanzierung des Projekts kommt von der Science-Abteilung des Research Councils UK, das sich im Auftrag der britischen Regierung um die Förderung Computer-unterstützter Wissenschaften kümmert.
Aleksandra Leon
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