"Er ist ein Kapitalist aus dem Bilderbuch", titelte die "Wirtschaftswoche" Ende der 80er Jahre über den jungen Unternehmer. Obermanns Image: jung, dynamisch, aber auch teils arrogant. Seine Firma ABC Telekom erlangt den Status eines Service Providers für das deutsche D-Netz und fusioniert 1991 Hutchison Whampoa Limited zur Hutchison Mobilfunk GmbH - seit 2003 unter dem Namen The Phone House bekannt.
Jahrelange Zusammenarbeit
Die ersten vier Jahre ist Obermann Geschäftsführender Gesellschafter, dann bis 1998 Vorsitzender der Geschäftsführung. 1998 wechselt Obermann zur Telekom, zunächst als Vertriebschef von T-Mobile Deutschland. Von Anfang an arbeiten Obermann und Ricke zusammen. Die beiden kennen sich bereits vom damaligen Verband der Anbieter von Mobilfunkdiensten (VAM).
Obermann übernimmt Rickes Aufgaben
Obermann rückt als Deutschlandchef von
T-Mobile nach, als Ricke im Jahr 2000 zum Chef von T-Mobile International ernannt wird. Zwei Jahre später tritt Obermann erneut in Rickes Fußstapfen, als dieser den Posten von Sommer als Vorstandsvorsitzender der Telekom übernimmt. Obermann gilt als jemand mit einem starken Durchsetzungsvermögen. Er scheut keine Konfrontationen und geht Streit nicht aus dem Weg. Kritiker haben ihm bereits einen Spitznamen verpasst und schimpfen ihn den "Bulldozer". Seine Anhänger sehen in ihm einen Perfektionisten, mit einem starken Willen und Kampfesmut. Seinen Job als Chef von T-Mobile hat er mit Erfolg bestritten: Die Mobilfunk- überholte die Festnetzsparte der Telekom. Zwar stagnieren die Zahlen auf dem deutschen Markt, doch Obermann schaut weiter über den Tellerrand auf den amerikanischen Markt.
Im vergangenen September
ersteigert T-Mobile in den USA 120 neue Mobilfunklizenzen für umgerechnet 3,3 Milliarden Euro. Für den hohen Preis muss Obermann viel Kritik einstecken. Doch der Konzern setzt auf den amerikanischen Markt. Wo hierzulande fast schon jeder Bundesbürger ein Mobiltelefon besitzt, prognostiziert die Telekom rund sechs Prozent Wachstum jährlich für einen vier Mal so großen Mobilfunkmarkt in Amerika. Durch den Netzausbau will die T-Mobile das Glück beim Schopfe packen.
Mammutaufgabe Festnetz
Obermann selbst wird sich aber künftig mehr damit beschäftigen müssen, dass der Telekom nicht noch mehr frustrierte Festnetzkunden den Rücken kehren. Eine Mammutaufgabe, bei der sich zeigen wird, ob der 43-Jährige weiterhin jede Hürde mit Erfolg meistern wird. Für sein Privatleben und sein schnelles Motorrad wird der Familienvater künftig wohl noch weniger Zeit haben.