Zwei Mitglieder des Aufsichtsrats der Deutschen Telekom haben laut "Focus Online" Berichte über die geplante Ablösung des Vorstandschefs Kai-Uwe Ricke dementiert. "Der Aufsichtsrat tagt das nächste Mal am 5. Dezember", sagten zwei Mitglieder übereinstimmend.
Berichte dementiert
Es gebe keinen Grund, vorher zusammenzutreten. Der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Zumwinkel berufe kurzfristige Sondersitzungen im übrigen nicht ohne Not ein, weil er damit riskiere, dass die Vertreter der Kapitalseite möglicherweise nicht vollständig anwesend sein könnten "und die Arbeitnehmervertreter plötzlich die Mehrheit hätten", sagte die Befragten weiter.
Auch inhaltlich machten die Berichte keinen Sinn, sagte ein Aufsichtsrat dem Magazin. Statt Ricke abzulösen, dessen Amtszeit im November 2007 ausläuft, werde man seinen Vertrag verlängern. "Das ziehen wir ruhig durch", sagte er "Focus Online".
Ente von "Bild" und "SZ"?
Die "Süddeutsche Zeitung" und die "Bild"-Zeitung hatten zuvor übereinstimmend vorab aus ihren Samstagsausgaben berichtet, Ricke solle durch den derzeitigen T-Mobile-Chef René Obermann ersetzt werden. Die Personalie solle bereits auf der nächsten Aufsichtsratssitzung beschlossen werden. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, der Aufsichtsrat des Bonner Konzerns werde im November zu einer Sondersitzung zusammenkommen, auf der auch über Obermanns Berufung beraten werden könne.
Ricke war kritisiert worden, weil er massiv Personal abbaut, der Telekom die Kunden
weglaufen und der Aktienkurs seit vier Jahren nicht steigt. Gleichzeitig kann die Telekom im DSL-Neukundengeschäft aber
punkten. Die Deutsche Telekom selbst wollte sich zu diesen Berichten nicht äußern.
Hayo Lücke
/ afp