Montag, 13.11.2006 09:07

VoIP - Was ist und was wird

aus den Bereichen Breitband, VoIP
Der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco will mit einem Arbeitskreis seine Mitglieder für die Chancen und Entwicklungen in Sachen VoIP fit machen. Die erste konstituierende Sitzung erfreute sich so großer Nachfrage, dass der Veranstalter fast in Platznot kam. Am Kölner Sitz des eco ging es jetzt um die Fragen: Was ist, was wird und welche Probleme bestehen noch.

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Es kommt ins Rollen

Mitte 2004 startete die VoIP-Welle, im Sommer des gleichen Jahres schaltete sich erstmals der Regulierer ein und legte fest, dass geografische Rufnummern ortsgebunden sind. Richtigen Schwung in den VoIP-Hype brachte die Vorstellung der ersten AVM Fritz!Box Fon. Im Januar vergangenen Jahres folgte dann die Einführung der ortsungebundenen Rufnummern-Gasse 032. Seitdem starteten auch immer mehr große Telcos mit eigenen VoIP-Angeboten und die Produkte wurden ausgereifter. Heute erreichen Sprachqualität und Ausfallsicherheit ISDN-Qualität – der Einsatz professioneller Technik vorausgesetzt – und es gibt vielfältige Hardware. Mit entbündeltem DSL erhofft sich die Branche weitere Chancen für die Zukunft von VoIP.

Nahe an Alternative zum Festnetz

Alles in allem ist VoIP längst keine Spielerei für Technik-Freaks mehr. Vielmehr entwickelt sich die Technik zur echten Alternative zum klassischen Festnetz. Damit geht auch einher, dass die Technik selbst immer mehr in den Hintergrund tritt. Je professioneller die Lösungen, desto weniger interessiert es den Endanwender tatsächlich, wie seine Gespräche zustande kommen. Doch bis VoIP dem Festnetz tatsächlich ebenbürtig wird, müssen noch einige Schwierigkeiten beseitigt werden.

So ist zwar bei einigen VoIP-Anbietern mittlerweile die Notruf-Erreichbarkeit gewährleistet – jedoch nur stationär an einer vorher festgelegten Anschrift. Ist der Kunde mit seinem VoIP-Anschluss unterwegs, kann er nicht automatisch an die richtige Leitstelle durchgestellt werden. Die Erreichbarkeit der meisten Service-Rufnummern ist inzwischen gegeben, viele Provider haben aber mit 0900-Rufnummern noch Probleme. Ein wichtiges Thema ist auch die Umsetzung von Überwachungsmaßnahmen, wie sie vom Gesetzgeber vorgegeben werden.

Fragen wie diese zu klären, das hat sich nun der Arbeitskreis VoIP des eco-Verbands vorgenommen. In den Sitzungen, die etwa vier Mal im Jahr stattfinden sollen, werden künftig Fragen wie Quality of Service, Sicherheit und Regulierung in Angriff genommen. Auch onlinekosten.de konnte etwas zur Diskussion beitragen: Unsere Idee von einem Zertifizierungssystem für VoIP-Anbieter, das eine Vergleichbarkeit von Service und Qualität für die Kunden möglich machen würde, traf beim eco-Verband sowie dem AK-VoIP-Leiter und outbox-Vorstand Mike Behrendt auf großes Interesse.
Aleksandra Leon
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