Mitarbeiter des Handyherstellers BenQ Mobile haben am heutigen Freitag zusammen mit Beschäftigten des Allianz-Konzerns erneut gegen drohende Standortschließungen und Stellenabbau protestiert. Vor dem Düsseldorfer Landtag versammelten sich nach Gewerkschaftsangaben mehr als 1000 Mitarbeiter beider Unternehmen zu einer gemeinsamen Kundgebung.
Stärkeres Engagement der Politik
Die Demonstranten forderten unter anderem ein stärkeres Engagement der Politik für die Beschäftigten. In Baden-Württemberg beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft Verdi rund 1.500 Allianz-Beschäftigte an Warnstreiks. Vor den Teilnehmern der Kundgebung in Düsseldorf forderte Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), die großen Unternehmen müssten sich auf die soziale Marktwirtschaft besinnen.
Kritik an Vorständen
Die Vorstände hätten nicht nur Verantwortung für ihre Aktienkurse, sondern auch für die Standorte, Mitarbeiter und deren Familien, sagte Laumann einem Sprecher zufolge. Zu den Protesten vor dem Düsseldorfer Landesparlament hatten Verdi und die IG Metall aufgerufen.
Seit dem Insolvenzantrag von BenQ Ende September kämpfen allein in NRW mehr als 1800 Beschäftigte der früheren Siemens-Tochter an den Standorten Kamp-Lintfort und Bocholt für die dauerhaften Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Bei der Allianz sind im bevölkerungsreichsten Bundesland die Standorte Köln, Aachen und Dortmund mit insgesamt rund 2000 Beschäftigten von Schließung bedroht.
Allianz und Benq ziehen an einem Strang
Mit den Warnstreiks bei der Allianz in Baden-Württemberg will Verdi Schließungen der Standorte Ulm, Freiburg und Mannheim sowie Stellenstreichungen in Stuttgart und Karlsruhe verhindern. Nach Angaben der Gewerkschaft sind in dem Bundesland mehr als 1000 Allianz-Arbeitsplätze gefährdet. Wegen vorangegangener Streiks bei dem Versicherungskonzern hatte der Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen nach eigenen Angaben bereits im vergangenen September Klage beim Arbeitsgericht Stuttgart eingereicht.
Denise Bergfeld
/ afp