Auch wenn es die Zahlen für das dritte Quartal noch nicht vermuten lassen, sieht sich die Deutsche Telekom auf einem guten Weg. Obwohl Konzernchef Kai-Uwe Ricke heute bekannt geben musste, dass im dritten Quartal weit mehr als eine halbe Million Kunden ihren Festnetzanschluss
gekündigt haben, sieht er sein Unternehmen gut aufgestellt. "Die Kunden laufen uns nicht weg, sie laufen uns zu", sagte Ricke heute in Bonn und bezog sich damit auf eine erfolgreich angelaufene Tarifoffensive.
Erfolgreiche Tarifreform
Laut Ricke haben sich bis Anfang November bereits über 1,8 Millionen Kunden für die neuen
T-Com-Tarife entschieden, die seit dem 18. September bestellt werden können. Von diesen 1,8 Millionen Kunden hätten sich 1,4 Millionen für die Call&Surf-Paket entschlossen, das neben einem Telefon-Anschluss auch einen DSL-Anschluss enthält. Man könne auf "die erfolgreichste Tarifreform seit Bestehen der T-Com blicken", so Ricke.
Durch die erfolgreiche Call&Surf-Vermarktung habe sich die T-Com auch im DSL-Neukundengeschäft profilieren können. Mit Stolz gab Ricke bekannt, dass über 50 Prozent der im Oktober geschalteten DSL-Anschlüsse in Eigenregie von der T-Com angeschlossen wurden. Das heißt, sie kamen nicht von Resellern wie Lycos, freenet oder AOL. "Wir stehen endlich wieder auf Augenhöhe mit dem Wettbewerb und ich kann Ihnen sagen: das macht Spaß", frohlockte der Telekom-Chef.
Für alle T-Com-Kunden, die bisher noch keinen DSL-Anschluss nutzen können, bekräftigte Ricke ein weiteres Mal die Telekom-Absicht, die DSL-Infrastruktur ausbauen zu wollen. Mittelfristig soll jeder Kunde über eine DSL-Leitung auf das Internet zugreifen können.
Telekom 2010: Es wird gespart
Gleichzeitig konkretisierte Ricke
Pläne, wonach bei der Telekom bis zum Jahr 2010 fünf Milliarden Euro gespart werden sollen. Allein in diesem Jahr sollen durch eine stärkere Effizienz zwei Milliarden Euro eingespart werden, um für den künftigen Wettbewerb gerüstet zu sein. Konkret habe die Telekom bereits heute Maßnahmen ausgearbeitet, durch die 4,2 bis 4,7 Milliarden Euro eingespart werden. Unter anderem zähle dazu, Werbe- und Sponsoring-Aktivitäten herunterzufahren. Außerdem erwartet die Telekom, dass sie in den kommenden drei Jahren bis zu drei Milliarden Euro durch Verkäufe einnehmen kann. Das Geld soll in Zukunftsprojekte reinvestiert werden. Konkrete Angaben dazu, was verkauft werden könnte, mochte Ricke auf Anfrage nicht machen.