Der ohnehin in der Kritik stehende Chef der Deutschen Telekom, Kai-Uwe Ricke, muss erneut einen Nackenschlag verkraften. Sein Unternehmen konnte verglichen mit dem Vorjahr den Umsatz im dritten Jahresquartal zwar steigern, der Gewinn fiel aber niedriger aus. Dabei machte der Telekom insbesondere die weiter schwächelnde Geschäft der Festnetzsparte T-Com zu schaffen. Über eine halbe Million Festnetzkunden wechselten mit ihrem Telefonanschluss zur Konkurrenz wie anderen Festnetzanbietern, Kabelnetzbetreibern oder Mobilfunkern.
Gewinn bricht ein
Insgesamt erwirtschaftete die Deutsche Telekom zwischen Juli und September 15,48 Milliarden Euro. Im dritten Quartal 2005 waren es 15,06 Milliarden Euro. Während die Telekom im Ausland im Jahresvergleich von 6,66 Milliarden Euro auf 7,09 Milliarden Euro leicht zulegen konnte, blieb der Umsatz im nationalen Geschäft stabil. 8,40 Milliarden Euro im dritten Quartal 2005 standen dieses Jahr 8,39 Milliarden Euro gegenüber. Dafür knickte der Gewinn jedoch gut 20 Prozent von 2,44 Milliarden Euro auf 1,95 Milliarden Euro ein.
Gefährlich entwickelt sich auch weiterhin der Kundenstamm im deutschen Festnetzgeschäft. Insgesamt verlor die Telekom im dritten Quartal 538.000 Festnetzanschlüsse an die Konkurrenz. Dabei wurden 345.000 Analog- und 194.000 ISDN-Anschlüsse gekündigt. Erfreulicher gestaltet sich die Entwicklung im Geschäft mit DSL-Anschlüssen. Konzernweit konnte die Telekom 611.000 neue DSL-Anschlüsse schalten, davon allein in Deutschland 439.000 wovon wiederum 358.000 durch Wiederverkäufer wie AOL oder freenet.de an die Telekom vermittelt wurden.
T-Mobile legt zu
Im Mobilfunk steigerte die Mobilfunk-Tochter T-Mobile ihre Kundenzahl um 1,27 Millionen. Wachstumstreiber war einmal mehr T-Mobile USA mit allein 802.000 Neukunden, gefolgt von T-Mobile Deutschland mit 236.000 neuen Handynutzern. Eine bittere Pille musste T-Mobile in Großbritannien schlucken. Hier verlor die Mobilfunkmarke 202.000 Kunden.
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