Mehr als 40 Milliarden Euro werden hierzulande in diesem Jahr für Waren und Dienstleistungen im Internet ausgeben – 25 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. Das erwartet der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) in seiner aktuellen Prognose. Derzeit sind 31,4 Millionen Deutsche auf Shopping-Tour im Web unterwegs, wie eine repräsentative Erhebung von TechConsult für BITKOM zeigt. Besonders zur Weihnachtszeit sei das Interesse an Einkaufsmöglichkeiten im Netz groß. Manche Online-Shops machen laut BITKOM in den letzten zwei Monaten des Jahres einen Viertel ihres Jahresgeschäfts. Eine starke Nachfrage erwartet der Bundesverband bei Digitalkameras, Flachbild-Fernsehern und tragbaren PCs.
Tipps für Weihnachtseinkäufe
Passend zur Geschenke-Hauptsaison gibt BITKOM ein paar Tipps, wie der Online-Einkauf ohne böse Überraschungen verlaufen kann. So sei es wichtig, auf die Seriosität des Angebots zu achten: Die Seite sollte ein Impressum mit voller Anschrift sowie kostengünstige Service-Rufnummern anbieten. Die AGB müssen einsehbar sowie verständlich sein und auch die Konditionen für den Versand sollten genannt werden. Teilweise werden Online-Shops von unabhängigen Experten geprüft und erhalten dafür ein Zertifikat oder Siegel, das die Vertrauenswürdigkeit anzeigen soll.
Zudem sei es unerlässlich, dass vertrauliche Bank- und Kreditkarten-Daten über eine
sichere Internetverbindung geschickt werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte der Einkauf dokumentiert werden. Gefällt die Ware dem Kunden nicht, kann er sie auch bei Online-Geschäften innerhalb von zwei Wochen zurücksenden und erhält den Kaufpreis erstattet, ebenso wie die Rücksende-Kosten, wenn der Artikelwert über 40 Euro liegt.
9 Milliarden Euro verschenkt
Das Hamburger Softwarehaus novomind AG sagt hingegen, dass Online-Shops in Deutschland jährlich rund neun Milliarden Euro an Umsatzpotenzial verschenken. Mehr als die Hälfte der Verbraucher würden von einem Web-Einkauf absehen, weil sie nicht beraten werden. Zu diesem Schluss kommt novomind anhand einer Hochrechnung auf Basis der aktuellen BITKOM-Zahlen und der Studie "E-Shopping-Trend 2006" in Zusammenarbeit mit wiwo.de und handelsblatt.com.
Zwei Drittel der Befragten ab 40 Jahren vermissen novomind zufolge das klassische Verkaufsgespräch, bei den 14- bis 20-Jährigen denkt jeder Zweite so. Auf der anderen Seite reagieren jedoch nur zwei von fünf Onlineshops auf den Wunsch nach Beratung und investieren in Einkaufshilfen, wie virtuelle Assistenten oder dynamische FAQ. Weitere Nachteile sehen die Befragten laut novomind bei der Warenpräsentation, weil sie die Artikel nicht anfassen oder ausprobieren können. Außerdem haben fast zwei von fünf Verbrauchern Angst vor einem unzureichenden Datenschutz im Web.