Der Hostinganbieter 1blu reagiert auf Kundenwünsche hinsichtlich einer bekannten PHP-Schwachstelle: Die von Experten als gefährlich eingestufte und beim Berliner Hoster permanent eingeschaltete PHP-Funktion "register_globals" ist nach Aussage von 1blu-Pressesprecherin Diana Dasch bald Geschichte.
Web 2.0 per Knopfdruck
Seit einiger Zeit bietet 1blu automatisiertes "Web 2.0" (
wir berichteten) und stellt seinen Kunden in diesem Zusammenhang so genannte Social Software zur Verfügung. Um die Software nutzen zu können, muss der Kunde nur das Programm seiner Wahl mit der Maus anwählen – etwa das Content Management System Joomla. Eine aufwändige und komplizierte manuelle Einrichtung entfällt.
Doch leider hat der Kunde bei so einer automatisierten Installation nicht alle Möglichkeiten, die er bei einer manuellen Lösung hätte: So kann auch die als kritisch bekannte Funktion "register_globals" nicht ausgeschaltet werden. 1blu begründet dies damit, dass zahlreiche ältere Skripte diese Funktion benötigen. In Entwicklerkreisen gilt sie jedoch als potenzielles Sicherheitsrisiko.
Ist "register_globals" aktiviert, können Variablen leichter in den PHP-Code eingeschleust werden. Auch Joomla warnt nach der Installation den Nutzer, wenn er mit eingeschalteter "register_globals" Funktion weiter arbeitet. Bislang gab es keine Möglichkeit, diese Funktion bei den Webhosting-Angeboten von 1blu zu ändern - auch nicht auf ausdrücklichen Wunsch.
Umgehende Reaktion
Auf Anfrage von onlinekosten.de gab Pressesprecherin Diana Dasch nun bekannt, dass in den nächsten Tagen eine Änderung dieser Regelung bevorsteht. 1blu wird allen Kunden die Möglichkeit geben, die Einstellung über die Konfigurationsdatei
.htaccess zu ändern. Details zu der Änderung werden künftig sowohl im hauseigenen FAQ beschrieben als auch auf Anfrage detailliert per E-Mail mitgeteilt.
"Unsere Techniker arbeiten bereits daran, diese Funktion umzusetzen", so Dasch. Bei der ebenfalls bei 1blu verfügbaren PHP-Version 5.1.2 sei die Funktion bereits deaktiviert. Updates der angebotenen Web-2.0-Software sollen zudem künftig automatisch zur Verfügung stehen. So wird auch der Bekämpfung von Sicherheitslücken Rechnung getragen, die per Update beseitigt werden.