Die Musik- und Filmindustrie hat in Finnland erfolgreich gegen eine Gruppe Online-Piraten geklagt. Ein finnisches Gericht verurteilte 22 Männer zu hohen Geldstrafen. Die Angeklagten hatten eine Internet-Tauschbörse betrieben, über die im großen Stil urheberrechtlich geschützte Musik, Filme und Spiele getauscht wurden.
Hohe Geldstrafe
Die Tauschbörsen-Betreiber müssen nun 427.000 Euro zahlen, was etwa einem Zehntel des Verkaufswertes der getauschten Dateien entspricht, berichten finnische Medien am heutigen Freitag. Außerdem müssen die Netzpiraten die Prozesskosten von 142.000 Euro übernehmen. Die Musik- und Filmindustrie hatte ursprünglich 3,7 Millionen Euro an Schadenersatz gefordert.
Verstärktes Vorgehen auch in Deutschland
In Deutschland erfolgte der
jüngste Schlag gegen Tauschbörsen-Nutzer am gestrigen Donnerstag-Vormittag. Die Musikindustrie hatte bei der Paderborner Staatsanwaltschaft Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht erstattet, Kriminalbeamte durchsuchten mehrere Wohnungen in der Stadt und kassierten Computer ein. Die betroffenen Tauschbörsennutzer waren vor allem Jugendliche.
Das verstärkte Vorgehen der Musik- und Filmindustrie gegen Urheberrechtsverstöße scheint aber kaum abschreckende Wirkung zu zeigen. Trotz der harten Vorgehensweise erfreuen sich die Internettauschbörsen einer
sehr hohen Beliebtheit. Eine aktuelle Studie zeigt, dass das Übertragungsvolumen in Internettauschbörsen weiter ansteigt. Je nach Tageszeit werden laut Studie zwischen 30 und 70 Prozent des gesamten Internetverkehrs in Deutschland von Online-Tauschbörsen verursacht.
Denise Bergfeld