Die
Pleite des Handy-Herstellers
BenQ Mobile führt auch bei mehreren Zulieferern zu herben Einschnitten.
Der Speicherchiphersteller Infineon erwartet durch die Insolvenz der einstigen Handy-Sparte von Siemens im laufenden Geschäftsjahr einen Umsatzausfall von 150 Millionen Euro und Gewinneinbußen von 80 Millionen Euro, wie das Unternehmen heute in München mitteilte. Mehrere hundert Stellen seien davon betroffen. Auch der Handy-Ausrüster Balda führte einen "signifikanten Einbruch" im dritten Quartal unter anderem auf die BenQ-Insolvenz zurück. Die Firma mit Sitz in Bad Oeynhausen will nun drei Werke verkaufen und 1000 Stellen abbauen.
BenQ-Pleite sorgr für Umsatzausfälle
Infineon betonte, mit
Samsung und
LG seien zwar zuletzt zwei neue Kunden gewonnen worden. Einschnitte im Mobilfunkgeschäfte von Infineon seien dennoch unvermeidlich und beträfen weltweit rund 400 Stellen, davon knapp 200 an den deutschen Standorten München, Salzgitter und Nürnberg. Bei Balda sank der Umsatz nach Unternehmenangaben im dritten Quartal auf 82,6 Millionen Euro, das sind 19,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum und 11,6 Prozent weniger als im zweiten Quartal 2006. Verkauft werden sollen die Werke in Herford (Nordrhein-Westfalen), Oberlungwitz (Sachsen) und Seelbach (Baden-Württemberg).
Auch der Chip-Entwickler Dialog Semiconductor meldete für das dritte Quartal einen Nettoverlust von 18,1 Millionen Euro. Davon seien 7,6 Millionen auf die BenQ-Inolvenz zurückzuführen, teilte das Unternehmen in Kirchheim/Teck mit.
Hayo Lücke
/ afp