Der
Sperr-Notruf 116 116 hat eine bewegte Vergangenheit: Als einheitliche, weltweit erreichbare Rufnummer für die Sperrung von EC-Karten, Kreditkarten und anderen Medien wurde sie
konzipiert und sollte die bislang für diesen Zweck geltenden mehr als 100 Servicenummern ersetzen. Die eigens für ihren Betrieb gegründete
Sperr-Notruf 116 116 GmbH startete dann auch, wie geplant, im Juli vergangenen Jahres den Probebetrieb. Nicht einmal einen Monat später dann das überraschende Ende: das Unternehmen meldete
Insolvenz an. Im Januar dieses Jahres
übernahm die zum genossenschaftlichen Finanzverbund gehörende Servodata GmbH den Dienst – und hat ihn etabliert.
330.000 Anrufer
Jetzt heißt es neuer Betreiber, neues Glück: Der Sperr-Notruf läuft immer besser. Mehr als 330.000 Anrufer nahmen seit dem Jahreswechsel die Hilfe in Anspruch, um ihre verlorenen oder gestohlenen Karten sperren zu lassen. Das liegt zwar immer noch weit unter den ursprünglichen Schätzungen von rund sechs Millionen Kartensperrungen jährlich. Dennoch freut sich die
Servodata GmbH über 56 Prozent mehr Anrufer in der ersten Jahreshälfte.
International erreichbar
Die Notrufnummer 116 116 ist bundesweit gebührenfrei erreichbar. Mit der deutschen Ländervorwahl kann die Rufnummer auch aus dem Ausland angerufen werden. Dann fallen allerdings die für eine Verbindung ins deutsche Festnetz üblichen Telefongebühren an. Mittlerweile lassen sich 90 Prozent aller Bank- und Zahlungskarten, wie ec-/maestro, MasterCard, VISA und American Express, sperren. Es können jedoch nur Karten deutscher Anbieter gesperrt werden. Mobilfunk- oder Kartenverträge ausländischer Betreiber dürfen aus rechtlichen und organisatorischen Gründen nicht über den Sperr-Notruf abgeschaltet werden.
Aleksandra Leon