Dr Insolvenzverwalter machte zugleich deutlich, dass alle anderen Optionen auf eine Zerschlagung des Unternehmens hinausliefen. "Wenn dieses Unternehmen auf Kosten seiner Gläubiger rote Zahlen schreibt, kann und darf ich es nicht fortführen."
Zukunftspläne für BenQ Mobile
Die von der Geschäftsführung im Auftrag Pragers ausgearbeiteten Pläne für die Umbau des Unternehmens sehen eine Konzentration auf die Bereiche Forschung und Entwicklung, Design, Partner- und Qualitätsmanagement sowie kundenspezifische Logistik vor. BenQ Mobile werde damit zu einem Entwicklungsbetrieb mit kleiner Fertigung. Das Unternehmen solle auch künftig in der Lage sein, Mobiltelefone selbst herzustellen. "Wir kämpfen um die Produktion, aber entscheiden wird der Markt," betonte Prager.
"Verantwortung sieht anders aus"
Der zweite IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber forderte Siemens nachdrücklich auf, "endlich verlässlich zu Lösungen für alle Beschäftigten" beizutragen. "Verantwortung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sieht anders aus als das, was uns derzeit von Siemens/BenQ zugemutet wird." Nordrhein-Westfalens IG-Metall-Chef Detlef Wetzel betonte mit Blick auf das geforderte 200-Millionen-Hilfsprogramm, die Beschäftigten hätten bereits "sehr viel zum Erhalt ihrer Arbeitsplätze gegeben". "Jetzt ist Siemens dran."
Auch der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftbundes in Bayern, Fritz Schösser, sprach angesichts des Stellenabbaus von einer "Schande für Siemens". "Das Management hat schwere Fehler zu Lasten der Mitarbeiter und zu Gunsten der Aktionäre gemacht", kritisierte Schösser in der "Bild"-Zeitung (Freitagausgabe). Die von Siemens zugesagten 35 Millionen Euro für die betroffenen BenQ-Mitarbeiter seien nur "ein Almosen".
Denise Bergfeld
/ afp