Irans Regierung hat kürzlich bei schnellen Internet-Anschlüssen im eigenen Land die Zwangs-Bremse gezogen. Die rund fünf Millionen iranischen Internet-Nutzer surfen ab sofort nur noch mit doppelter ISDN-Geschwindigkeit - maximal mit 128 Kilobit pro Sekunde (kbit/s).
Westliche Einflüsse
Den iranischen Internet-Providern ist es nach einem Bericht des "Guardian" untersagt, den Kunden weiterhin Breitband-Pakete anzubieten. Die Maßnahme zielt vermutlich darauf ab, den Download multimedialer Inhalte aus dem Ausland zu verhindern beziehungsweise stark einzuschränken. Westliche Musik, Videos oder Fernsehprogramme, die von dem Regime als schädliche westliche Einflüsse angesehen werden, können somit nicht mehr ohne weiteres schnell über das Internet abgerufen werden.
Satelliten-Schüsseln verboten
Iranische Oppositionelle vermuten laut "Guardian" zudem, dass durch die Internet-Drosselung das Verbreiten politischer Inhalte durch die Opposition einschränken soll. Im Iran sind auch Satelliten-Schüsseln für den privaten Gebrauch verboten. In den vergangenen Monaten ging die iranische Regierung verstärkt gegen illegale TV-Satellitenschüsseln vor.
Denise Bergfeld