Ein neuer Trend am MP3-Player-Himmel zeichnet sich ab. Konzerne, die etwas auf sich halten, liefern ihre MP3-Player neuerdings mit Viren aus. Dass die Marke mit dem goldenen "M" und dem Clown
Schädlinge an den Mann bringt, ist bekannt. Nun hat sich auch Apple einen Fauxpas gegönnt und den iPod Video mit einem Windows-Virus ausgeliefert.
Peinliche Panne
Eine peinliche Produktionspanne ist das: Etwa einer von hundert Video-iPods mit Kaufdatum ab dem 12. September wurde mit dem kostenlosen Goodie ausgeliefert. Kein Grund zur Freude, denn dabei handelt es sich um den Windows-Virus
W32/RJump.worm", der sich über Massenspeicher verteilt und sich an der mehrfachen Ausführung des Prozesses "RavMon.exe" erkennen lässt.
Keine große Gefahr...
Der Wurm kopiert sich vom iPod auf andere Festplatten im System. Einmal durch die Autostart-Funktion ausgeführt, öffnet er zudem eine Hintertür auf dem betroffenen Rechner, mit deren Hilfe sich zum Beispiel ein Hacker Zugang zum Computer verschaffen kann. Besonders unangenehm: RJump wird aktiviert, sobald auf das Laufwerk zugegriffen wird, also ohne User-Interaktion. Eine Schadfunktion gibt es jedoch nicht.
Laut
Apple sind bislang 25 Fälle von Infektionen bekannt geworden. Auf der Website zum Virus gibt Apple Empfehlungen für die Entfernung des Schädlings. Er soll von allen aktuellen Antiviren-Programmen erkannt und entfernt werden. Die Signatur-Datei muss jedoch auf dem neuesten Stand sein. Anwendern ohne Virenschutz empfiehlt Apple einige kostenlose Antiviren-Lösungen.
... aber eine peinliche Panne
Doch der Wurm lässt sich auch auf andere Weise entfernen, sofern er noch nicht das restliche System befallen hat. Ist der Wurm bisher nur auf dem iPod zu finden, kann er durch ein Zurücksetzen des iPods mit dem iPod-Dienstprogramm entfernt werden. Dadurch wird die Festplatte im iPod formatiert und der Wurm damit entfernt.
Der Wurm ist ein reiner Windows-Wurm und bedroht damit nur Windows-Systeme. Anwender, die ihren iPod mit Mac OS X nutzen, haben nichts zu befürchten. Sie sollten den iPod jedoch trotzdem zurücksetzen, um eine Infektion beim Anschluss an einen Windows-PC grundsätzlich auszuschließen. Andere iPods wie Shuffle und Nano sind nicht betroffen. Grundsätzlich sollten auf einem infizierten System auch sämtliche benutzten Massenspeicher - wie Speicherkarten, USB-Sticks oder Digitalkameras - auf den Virus gescannt werden.