Es hat ein bisschen gedauert, doch in Kürze wird auch
o2 auf den Zug der
Mobilfunk-Flatrates aufspringen. Während bisher nur eine Flatrate für das Homezone-Angebot
Genion angeboten wird, soll es ab der zweiten Novemberhälfte auch eine Flatrate geben, die von o2-Kunden bundesweit genutzt werden kann. Das gab o2-Chef Rudolf Gröger in einem Gespräch mit der "Financial Times Deutschland" bekannt.
Mehr Umsatz durch Flatrates
Gröger musste zugeben, den Markt falsch eingeschätzt zu haben. "
Base wird angenommen – und wir müssen dem Markt folgen. Am Anfang hatten wir gedacht, es wäre ein vorübergehendes Phänomen." Das Geschäftsmodell hinter den Pauschaltarifen sei leicht zu erklären. "Die dahinter stehende Wette ist: mit einem Pauschaltarif werden die Kunden aktiver.
Sie telefonieren aber nicht nur selbst häufiger, sondern werden auch häufiger angerufen. Dann verdient der Netzbetreiber zusätzlich." In der Branche heiße es, Base-Kunden würden E-Plus einen monatlichen Umsatz von knapp 50 Euro bescheren – weit mehr als Kunden anderer Tarifmodelle, so Gröger. Mit welchem Angebot o2 Mitte November konkret an den Start gehen werde, dazu wollte sich Gröger noch nicht im Detail äußern. Er verriet aber immerhin, dass der Preis wohl kaum über 25 Euro im Monat liegen werde. "Die Kunden haben sich an 25 Euro gewöhnt. Es dürfte schwer fallen, einen anderen Preis durchzusetzen."
DSL-Geschäft startet
Ab dem 27. Oktober startet o2 wie von uns bereits ausführlich
berichtet mit der Vermarktung von eigenen DSL-Anschlüssen über das Netz der Muttergesellschaft Telefónica. Bis Ende des Jahres erwartet Gröger dabei aber lediglich rund 30.000 Kunden. "Diese sollen zeigen, ob wir die Prozesse beherrschen." Langfristig wolle o2 bis zu 20 Prozent des deutschen Neukundengeschäfts gewinnen.
Neuer Streit um Terminierungskosten
Kämpferisch will o2 auch der kommenden
Mobilfunkregulierung entgegen steuern. Während die Bundesnetzagentur die so genannten Terminierungskosten - die von Mobilfunkern in Rechnung gestellt werden, wenn ein Gespräch von einem in ein anderes Netz überstellt werden - auf zehn Cent pro Minute absenken will, habe o2 einen Antrag auf 21 Cent pro Minute eingereicht. Das seien "die vollen Kosten", die von o2 gegebenenfalls auch juristisch durchsetzen wolle.