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Dienstag, 17.10.2006 11:42

Telekom vor Verzicht auf Bundesliga-Sponsoring?

aus dem Bereich Sonstiges
Über Monate haben führende Manager der Deutschen Telekom mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) und Vertretern des neuen Pay-TV-Senders arena über die vertragliche Auslegung der Übertragungsrechte gepokert. Nachgeben wollte damals niemand, alle Parteien beharrten auf ihre Rechte. Am Ende setzte die Telekom durch, dass sie allein die Rechte für Übertragungen im Internet (IPTV) nutzen darf, während arena exklusiv per Kabel und Satellit die Spiele der Fußball Bundesliga übertragen darf.

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Ein Deal aus der Vergangenheit

Der Verzicht darauf, die klassischen Übertragungswege zu nutzen, wurde der Telekom mit attraktiven Marketing-Aufwendungen versüßt. Auf der einen Seite ist auf den Trikotärmeln sämtlicher Spieler der 1. und 2. Bundesliga ein T-Com-Schriftzug aufgenäht, ferner erhielt der ehemalige Staatskonzern die Option, ab der Saison 2007/2008 für mindestens zwei Jahre exklusiver Sponsor der Fußball Bundesliga zu werden. Doch genau dieses Recht nimmt der Bonner Konzern möglicherweise nicht in Anspruch.

Das "Handelsblatt" will aus Kreisen der höchsten deutschen Fußballliga erfahren haben, dass viele Klubs damit rechnen, dass die Telekom aus finanziellen Gründen einen Rückzieher macht. Die Telekom könnte so insgesamt 50 Millionen Euro einsparen. Bis Ende des Jahres besteht für den Konzern die Möglichkeit, die Option auf das Liga-Sponsoring zu ziehen. Andernfalls hätte die DFL die Möglichkeit, Ausschau nach anderen Kandidaten zu halten.

Telekom verweist auf viele offene Fragen

Bei der Telekom hält man sich, angesprochen auf die Spekulationen, bedeckt. "Wir sind in guten Gesprächen mit der DFL, aber es sind noch viele Details zu klären", sagte ein Sprecher. So gehe es zum Beispiel um die Frage, ob der Namenssponsor auch Werbeplatz auf den Banden erhalte. Ein schwieriges Geschäft, da die Vermarktung dieser Werbeplätze bei den einzelnen Vereinen liegt. Die DFL mochte die laufenden Gespräche nicht kommentieren.

Hintergrund für den möglichen Rückzug sind die schlechten Halbjahreszahlen des Telekommunikationskonzerns. Nach einem massiven Kundenschwund im Festnetzgeschäft hat Konzernchef Kai-Uwe Ricke seinem Unternehmen einem Sparkurs verordnet. Bis 2010 sollen fünf Milliarden Euro eingespart werden, wie das "Handelsblatt" weiter schreibt. Es sei aber derzeit noch vollkommen unklar, wie dieses Ziel erreicht werden soll.
Hayo Lücke
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