Geht es nach Vorstellungen von Martin Prager, dem zuständigen Insolvenzverwalter von BenQ Mobile, wird das Unternehmen in Zukunft keine Handys mehr unter eigenem Namen herstellen. Vielmehr sollen zum Beispiel Netzbetreiber wie T-Mobile, Vodafone, E-Plus oder o2 die Möglichkeit bekommen, über BenQ Mobile Mobiltelefone unter
eigenem Namen herstellen zu lassen. Dieses neue Geschäftsmodell stößt in der Branche nach einem Bericht des "Handelsblatt" auf Interesse.
"Richtige Richtung"
Experten bescheinigen der Idee durchaus Aussichten auf Erfolg. "Das geht in die richtige Richtung", sagt Dan Bieler vom Marktforscher Ovum. Die Mobilfunker wollen künftig immer mehr Geräte unter eigenem Namen anbieten. So hatte erst kürzlich
Vodafone ein
UMTS-Handy
vorgestellt, dass unter eigenem Namen verkauft wird. Hergestellt wird das Telefon vom chinesischen Hersteller Huawei.
Hintergrund der Entwicklung ist der zunehmende Preisverfall. "Mobilfunker wollen mit eigenen
Handys die etablierten Hersteller wie Nokia und Motorola aus der Wertschöpfungskette raushalten und sich mit eigenen Produkten stärker von der Konkurrenz unterscheiden", sagte Marktbeobachter Paul Jackson von Forrester Research dem "Handelsblatt".
Netzbetreibr signalisieren Interesse
Vodafone und T-Mobile zeigen sich an den neuen BenQ-Mobile-Plänen durchaus interessiert. "Wir sind generell offen für alles", sagt ein Sprecher bei Vodafone.
T-Mobile geht noch einen Schritt weiter: "Wenn es BenQ gelingt, weiter attraktive Geräte herzustellen, würden wir uns das sicher anschauen." Für BenQ Mobile bleibt aber trotzdem ein großes Problem: die Fertigung ist im Vergleich zur Konkurrenz aus Asien hierzulande zu teuer. Auf der anderen Seite kennen die Entwickler die Wünsche der deutschen und europäischen Kunden gut und sind auch in der Lage anspruchsvolle Technik zu montieren.