Schnelles Internet über VDSL mit Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) ist das künftige Zugpferd der Deutschen Telekom. Der Ex-Monopolist hat bereits 500 Millionen Euro investiert und in zehn Städten Glasfaserkabel verlegt. 2,5 Milliarden Euro will das Unternehmen noch investieren und das neue Netz in 40 weiteren Städten ausbauen. Die Telekom-Konkurrenz, organisiert im Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO), aber will auch auf das schnelle VDSL-Netz setzen und befürchtet nun einen Telekom-Alleingang.
Regulierer eingeschaltet
Wie von uns
berichtet hat das Verbandsmitglied Arcor im vergangenen Monat angekündigt, ein Schreiben an die Bundesnetzagentur zu richten und so einen Zugang zum VDSL-Netz der Telekom zu erzwingen. Wie heute bekannt wurde, hat der größte Festnetz-Konkurrent der Telekom diesen Antrag am vergangenen Freitag beim Regulierer eingereicht.
VDSL mit Telekom-Technik
In dem Schreiben beantragt Arcor, die Kabelverzweiger der Telekom zur Unterbringung eigener VDSL-Technik sowie Kabelleerrohre und Glasfasern mitbenutzen zu können. Dies hatte die Telekom in der Vergangenheit ganz klar abgelehnt, mit dem Hinweis darauf, dass das Unternehmen kein Vermieter von Schaltkästen sei. Wer eigene Technik anbieten wolle, müsse selbst für die geeignete Unterbringung sorgen, sagte Frank Schmidt, Leiter der Regulierungsabteilung der T-Com.
Der BREKO selbst begrüßte das Vorpreschen Arcors. Es sei laut Verband erforderlich, die Telekom-Technik mitnutzen zu dürfen. Wirtschaftlich sei es untragbar und ineffizient, neue Kabeltrassen zu graben und eigene VDSL-Kabelverzweiger anzubinden. "Wir haben uns einer gemeinschaftlichen Nutzung moderner Infrastruktur nie verschlossen und bieten auch weiterhin eine angemessene finanzielle Beteiligung am Ausbau an", sagte BREKO-Geschäftsführer Rainer Lüddemann. Die notwendige Bereitschaft könne aber offensichtlich nur durch den Regulierer geweckt werden.
Netcologne schafft es ohne Telekom
Dennoch ist es nicht unmöglich, ein eigenes VDSL-Netze unabhängig von der Telekom auf die Beine zu stellen. Das demonstriert der regionale Anbieter Netcologne, der derzeit in Köln ein
eigenes Glasfasernetz aufbaut, das doppelt so schnell wie das neue Netz der Telekom sein soll. Kunden können künftig mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s über das neue Glasfasernetz in Köln im Internet surfen. Dabei wird die Glasfaser bis in den Keller der anzuschließenden Gebäude verlegt. Die ersten Tarifangebote starten nach Angaben des Unternehmens spätestens Anfang Dezember.