Im kommenden Dezember will die Bundesnetzagentur Frequenzen für drahtlose Breitband-Anwendungen versteigern. Interessierte Unternehmen können ab heute Zulassungsanträge für die Versteigerung von Lizenzen für den so genannten Wireless Broadband Access (WBA) im Bereich 3.400 bis 3.500 Megahertz stellen.
Anschluss für ländliche Gebiete
Die Frequenzen können unter anderem für
WIMAX genutzt werden. Auf diesem Weg sollen auch Kunden aus ländlichen Gebieten mit Breitbandinternet versorgt werden können. "Wir haben jetzt die Chance, dass der Breitbandzugangsmarkt durch zusätzliche Angebote ergänzt wird", sagte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur. Regionale und mittelständische Firmen könnten dort tätig werden, wo die Festnetzbreitbandzugänge - insbesondere DSL - unzureichend vorhanden seien.
Laut Kurth wurden die Vergabebedingungen so flexibel wie möglich gestaltet, um auch künftigen technischen Entwicklungen gerecht zu werden. Anfang dieses Jahres noch wollte der Regulierer die Frequenzen im Vergabeverfahren verteilen, wich aber aufgrund der hohen Nachfrage wieder von dem ursprünglichen Vorhaben ab. Die Frequenzen werden jetzt versteigert - für 28 Regionen statt 16 Regionen. So würde laut Bundesnetzagentur auch kleineren Unternehmen die Teilnahme ermöglicht. Außerdem wurden die Vergabemöglichkeiten von drei auf vier unterschiedliche Betreiber durch eine neue Zuschneidung der Frequenzpakete vergrößert.
BREKO kritisiert regionale Aufteilung
Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) hingegen bezeichnete das Versteigerungsverfahren der Bundesnetzagentur als "untauglich". "Beim dem überdimensionierten Gebietszuschnitt ist zu erwarten, dass viele Unternehmen ihre ursprünglich angekündigte Bewerbung zurückziehen werden", sagte BREKO-Chef Rainer Lüddemann. Der BREKO hatte ursprünglich vorgeschlagen, der Versteigerung nicht 28 Regionen zugrunde zu legen, sondern die Landkreisgrenzen zu nehmen und so deutlich kleinere Strukturen zu schaffen. Kleine Anbieter seien laut BREKO nun de facto vom Verfahren ausgeschlossen.
Die Unternehmen können bis Mittwoch, 8. November, Anträge auf Zulassung zur Versteigerung stellen. Die Frequenzen sollen noch im kommenden Dezember unter den Hammer kommen. Die Mindestgebote variieren je nach Frequnzpaket zwischen 100.000 und 1.800.000 Euro.
Denise Bergfeld