Stolz verkündet
toplink, dass die Internet-Rufnummern mit 032-Vorwahl jetzt "von fast allen Telefonanschlüssen" aus erreichbar seien. Durch den Zusammenschluss der VoIP-Netze von toplink und Telefonnetzen anderer Anbieter sind die VoIP-Rufnummern ab sofort für mehr als 30 Millionen Anschlüsse erreichbar. "Einer der größten Vorteile von VoIP ist die Mobilität. Mit der Erreichbarkeit der 032-Nummern ist endlich die Basis dafür geschaffen, dass dieser Vorteil auch genutzt werden kann", so toplink-Geschäftsführer Gerhard Wenderoth. Wirklich im Markt etabliert ist die VoIP-Nummer dennoch nicht.
Eine Nummer für alle Orte
Die 032-Vorwahl gibt es bereits seit dem 1. Januar 2005. Damals wurde die neue Rufnummerngasse von der Bundesnetzagentur geschaffen, um eine eigene Vorwahl für die ortsunabhängige Nutzung von VoIP zu bieten. Die geografischen Rufnummernräume sind knapp. So wurde festgelegt, dass Ortsnetznummern nur von Kunden beantragt werden können, die auch im jeweiligen Vorwahlbereich wohnen oder ihren Firmensitz haben. Die Nutzung sollte damit auf das jeweilige Ortsnetz beschränkt werden, wohingegen VoIP-Kunden grundsätzlich weltweit unter einer einheitlichen Rufnummer erreichbar sind. Die 032-Nummer kann dazu bundesweit Standort-unabhängig vergeben werden. Hier sind beliebig viele Rufnummern verfügbar, und sie sind bei der Bundesnetzagentur günstiger und schneller erhältlich als Ortsnetznummern. Spätestens bei mobilem VoIP, beispielsweise über WLAN, fordern die rechtlichen Vorschriften also eine 032-Nummer.
Happige Minutenpreise
Einen wesentlichen Haken hat die 032-Vorwahl jedoch: Bislang kann sie nur von wenigen Anschlüssen anderer Netze aus angerufen werden: die T-Com machte die 032-Nummern im August 2005 erreichbar. Kunden alternativer Festnetzanbieter wie Arcor oder Netcologne können die Nummerngasse hingegen meist nicht anrufen. Ähnlich sieht es bei den Mobilnetzbetreibern aus: auch hier sind T-Mobile und Roaming-Partner o2 die einzigen Anbieter mit 032-Erreichbarkeit. Der Grund:
T-Online war unter den Ersten, die die Internetvorwahl seinen VoIP-Kunden angeboten hat. Dienste, die über
outbox realisiert werden, sind mittlerweile ebenfalls über das Telekom-Netz erreichbar. Auch
Teldafax- und
Lycos-Kunden können über ihre 032-Vorwahl aus dem Festnetz angerufen werden.
Ein weiteres Problem ist der Minutenpreis: so kostet ein Anruf aus dem Festnetz der T-Com auf die 032-Vorwahl laut
Preisliste je nach Uhrzeit zwischen drei und neun Cent pro Minute mit einem T-ISDN Anschluss. Bei T-Mobile werden für die Verbindung je nach gewähltem Tarif 29 oder 39 Cent pro Minute fällig. Im Vergleich zu den Gesprächspreisen zu Festnetznummern sind diese Kosten erheblich höher. Bleibt also zu hoffen, dass toplink-Geschäftsführer Gerhard Wenderoth mit seiner Einschätzung Recht behält: er gehe davon aus, dass nun mehr Schwung in die Vergabe von 032-Rufnummern komme und diese in naher Zukunft aus allen Netzen erreichbar seien. "Auf jeden Fall steigt der Druck auf die Netzbetreiber, die die 032-Rufnummer von Fremdnetzen noch nicht routen", so Wenderoth.