Was mit Sputnik begann, ist heute im wahrsten Sinne des Wortes alltäglich geworden: Tausende Satelliten umkreisen die Erde und erfüllen sowohl militärische, als auch zivile Aufgaben. Der Eurospace-Report 2006 hat 150 Fach- und Führungskräfte der Luft- und Raumfahrtbranche über ihre Ansichten zur Zukunft der Branche befragt. Diese sehen ihre Sparte im Aufwind und erwarten insbesondere für Europa positive Impulse durch die Satelliten-Industrie.
Mehr Satelliten
Nach Meinung der Experten wird die Zahl der Satelliten weiter steigen. Derzeit umkreisen schon rund 10.000 künstliche Trabanten die Erde, 72 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass sich in Zukunft bis zu 50.000 Satelliten im Weltall tummeln werden. 32 Prozent geht sogar von über 100.000 künstlichen Trabanten aus. Doch dieser Boom ist nicht nur militärischen Satelliten-Anwendungen zuzuschreiben. Auch zivile Aufgaben würden mehr und mehr an Bedeutung gewinnen.
Dabei reicht das zivile Anwendungsspektrum von der traditionellen Wetterprognose bis hin zu Lösungen wie "Google Earth". Auch das künftige, europäische Satelliten-Navigationssystem "Galileo", das 2010 in Betrieb gehen soll, spielt dabei eine Rolle. 55 Prozent der Befragten sehen wissenschaftliche Forschungsgebiete weiter an Gewicht gewinnen, 41 Prozent der Experten sehen einen steigenden Bedarf an Nachrichtenübertragungen als Grund (Mehrfachnennungen waren möglich). Jedoch sind nur 14 Prozent der Meinung, dass das Satelliten-Fernsehen weiter an Bedeutung gewinnen wird.
Positive Auswirkungen für Europa
Der zu erwartende Boom wird besonders für Europa positive Auswirkungen haben. 45 Prozent der kontaktierten Fachleute gehen davon aus, dass Europa künftig zur "führenden Satelliten-Nation der Zukunft" aufsteigen wird. Dabei trauen 16 Prozent Deutschland eine führende Rolle zu. 26 Prozent sehen weiterhin die USA als Zentrum der Satelliten-Industrie, ein Prozent glaubt an eine "aufstrebende Satelliten-Macht" China.
Christopher Bach