Microsoft plant für sein neues Betriebssystem Windows Vista schärfere Maßnahmen gegen Raubkopierer. Bei illegalen Kopien soll der Zugriff auf wichtige Funktionen bei Vista künftig verwehrt werden.
Eine Gangart härter
Windows Vista und die Serverversion Longhorn werden die ersten Betriebssysteme sein, welche die neue "Software Protection Platform" nutzen. Mit der Plattform sollen die neuen Programme besser vor Hackern und Raubkopierern geschützt werden. Sie soll künftig auch bei weiteren Produkten von Microsoft eingesetzt werden. Mit der "Software Protection Platform" verschärft sich etwa das Vorgehen bei der Aktivierung und der Echtheitsprüfung der Programme.
Was beim Vorgänger Windows XP mit der "Windows Genuine Advantage" begann, die bei illegalen Kopien wichtige Updates verwehrte, wird nun weiter ausgebaut. Wenn das System die Echtheitsprüfung nicht besteht, werden zunächst einige Funktionen deaktiviert. Unter anderem sollen die "Aero"-Oberfläche, die "ReadyBoost"-Funktion und die Sicherheitsfunktionen des "Windows Defenders" nicht mehr zur Verfügung stehen. Auch die Updates werden eingeschränkt: Ausschließlich kritische Sicherheits-Updates sollen den Nutzern illegaler Kopien noch zur Verfügung stehen - vermutlich, damit diese Rechner mit der illegalen Software nicht noch zur massenhaften Verbreitung von Viren und Würmern beitragen.
30 Tage Gnadenfrist
Vista-Nutzer haben dann künftig 30 Tage Zeit, um ihr Produkt mit einem gültigen Lizenzschlüssel zu aktivieren, sagte Microsoft Produktmanager Thomas Linderman gegenüber dem Wall Street Journal. Danach soll das System in einen eingeschränkten Modus übergehen und die Nutzung auf zentrale Funktionen eingrenzen. Im eingeschränkten Modus soll Vista zwar den Internetbrowser laden, die Internetverbindung wird aber nach einer Stunde automatisch gekappt. Danach muss sich erneut angemeldet werden. Auf Dateien und andere Programme kann nicht mehr zugegriffen werden.
In der rechten unteren Ecke des Bildschirms soll zudem ein Hinweis mit dem Wortlaut erscheinen: "This copy of Windows is not genuine" (Diese Windows-Kopie ist nicht echt). Der Aktivierungsstatus des Systems soll auch im Nachhinein wiederholt überprüft werden, um illegale Kopien auch später noch identifizieren zu können.
Microsoft kontrolliert wiederholt
Auch bei der Aktivierung von Volumenschlüsseln soll es Änderungen geben. Volumenschlüssel sind in erster Linie für Firmenkunden bestimmt, die damit mehrere Kopien gleichzeitig aktivieren können. Diese Schlüssel fanden in der Vergangenheit desöfteren ihren Weg ins Internet und wurden mit illegalen Kopien genutzt. Die Volumenschlüssel sollen nun nachträglich wiederholt überprüft werden. Wurde ein Schlüssel von Microsoft gesperrt, so wird der Nutzer künftig aufgefordert, Vista erneut zu aktivieren.