Seit dem vergangenem Jahr steigt die Zahl der so genannten Banker-Trojaner unaufhörlich an. Die Sicherheitsexperten der PandaLabs warnen vor einem gefährlichen Trend. Allein 6.995 Schädlinge dieser Art wurden von den Laboren von Panda Software seit 2005 registriert. Den Auftakt bildeten 378 neue Exemplare, die im Februar 2005 im Netz verbreitet wurden. Nur einen Monat zuvor lag die Zahl bei 66. Rund 200 verschiedene Varianten werden laut PandaLabs seither jeden Monat neu entwickelt und im Internet in Umlauf gebracht.
Bankdaten sind begehrt
Der Trend scheint sich auch weiterhin fortzusetzen: Während sich im Jahr 2005 zwischen Januar und August noch 2.468 Banker Trojaner tummelten, stieg diese Zahl dieses Jahr im gleichen Zeitraum um 25 Prozent auf 3.086. Ziel der Schädlinge ist es, Logins zu Online-Bankdiensten von Kunden abzufangen. Sie protokollieren Benutzernamen, Passwörter, PINs, Kredit- und Kontonummern mit. Damit können die Programmierer der Schädlinge dann ungehindert Zugang zu den Bankkonten erhalten und die Betroffenen um ihr Gespartes erleichtern.
Immer neue Methoden
Der Trojaner Briz zeigte laut PandaLabs vor einigen Monaten recht anschaulich, wie groß die Gefahr durch diese Schadprogramme ist. Briz wurde maßgeschneidert für zielgerichtete Angriffe entwickelt. Während seines "Raubzugs" erbeutete der Trojaner 2.033 Dateien und 70,6 Megabyte an Daten, davon 62 Megabyte Text-Dateien. Das entspricht rund 62.000 gedruckten Seiten mit gestohlenen Passwörtern und Bankdaten. Jüngstes Beispiel für die Kreativität der Programmierer in Sachen Verbreitungsmethoden und Funktionen ist der Trojaner
Banbra.DCY, der Zugangsdaten kopiert, die über eine virtuelle Tastatur auf dem Bildschirm eingegeben werden.
Aleksandra Leon