Die Deutsche Telekom AG hat das eigene Hochgeschwindigkeitsnetz bereits in zehn großen Städten aufgebaut. Bis zum Ende des kommenden Jahres sollen weitere 40 hinzu kommen.
Neuer Gesetzesentwurf
Insgesamt will der Ex-Monopolist drei Milliarden Euro in das neue Netz investieren, das Geschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde erlaubt. Dafür verlangt der Konzern aber, dass das neue Netz eine Zeit lang von der Regulierung ausgenommen wird. Rückenwind hat der "rosa Riese" dabei von der Bundesregierung. Eine entsprechende Gesetzesvorlage soll kommende Woche im Parlament auf den Tisch kommen.
Doch auf der anderen Seite steht auch ein großer Gegner: Die EU-Kommission fordert, das neue Netz zu regulieren und für die Konkurrenz zu öffnen, um auf diesem Weg den Wettbewerb zu stärken. Eine Entscheidung im VDSL-Streit ist bereits gefallen: Über den so genannte IP-Bitstrom-Zugang muss die Telekom nun die Konkurrenz in ihre Netze lassen - VDSL inklusive. Das entschied der Regulierer am vergangenen Mittwoch.
Kopfschütteln bei der Telekom
"Wir können die Entscheidung der Bundenetzagentur nicht verstehen, sagte Telekom-Sprecher Mark Nierwetberg. Die Deutsche Telekom brauche dringend eine gesetzliche Herausnahme von neuen Investitionen aus der Regulierung, da sonst keine neuen Geschäftsfelder entwickelt werden könnten. Die Gegenseite - vertreten unter anderem durch den Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) - begrüßte natürlich die Entscheidung des Regulierers. "Durch den Zugang zum IP-Bitstrom können die Wettbewerber ihren Kunden künftig individuelle Angebote für schnelle Internetverbindungen unterbreiten", sagte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Die Entgelte für den Zugang müssten nun so festegelegt werden, dass alle Anbieter die Chance haben, ihre Geschäftmodelle am Markt realisieren zu können, forderte der Verband.
Denise Bergfeld