Dies war keine gute Woche für die Deutsche Telekom AG. Der Streit um das neue VDSL-Netz ist wieder voll entbrannt und spitzt sich immer weiter zu. Die Bundesnetzagentur sprach am vergangenen Mittwoch ein
Machtwort und verfügte, dass die Telekom ihr VDSL-Netz für Wettbewerber über den IP-Bitstrom-Zugang öffnen muss. Doch das reicht der Konkurrenz nicht.
Arcor beschwert sich
Einige Provider wollen nun den Zugang zu den Leerrohren unter der Erde erzwingen, um kostengünstiger eigene Glasfaserleitungen verlegen zu können. Nachdem der Telekommunikationsanbieter Hansenet in den vergangenen Tagen mit einem Investitionsstopp für sein geplantes eigenes VDSL-Netz
gedroht hatte, erklärte auch Arcor die Gespräche mit der Deutschen Telekom AG am gestrigen Abend für gescheitert.
Anfang Oktober will der größte Festnetz-Konkurrent der Telekom nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nun ein Schreiben an die Bundesnetzagentur richten und so einen Zugang zum VDSL-Netz erzwingen. Arcor fordert, entweder die Lichtwellenleiter oder die Leerrohre des Ex-Monopolisten mitbenutzen zu dürfen. Außerdem verlangte das Unternehmen, Zugang zu den VDSL-Verteilerkästen zu bekommen. Dies habe der Bonner Konzern aber abgelehnt.
"Wir sind kein Vermieter von Schaltkästen"
Die Verantwortlichen bei der Telekom reagierten mit Kopschütteln. "Wir sind ein Anbieter von Netzlösungen und Übertragungswegen und kein Vermieter von Schaltkästen", sagte Frank Schmidt, Leiter der Regulierungsabteilung der T-Com. Wer eigene Technik installieren wolle, der müsse auch für die geeignete Unterbringung und die notwendigen Genehmigungen selbst sorgen, so der Regulierungsexperte des Bonner Unternehmens.