Internet, Telefonie und Fernsehen aus einer Hand - das so genannte Triple-Play ist ein vielversprechender Markt für Telekommunkationsunternehmen. Aber interessieren sich auch genügend Kunden für solche Bündelangebote? Dieser Frage geht das Marktforschungsinstitut "TNS Infratest" in einer aktuellen Studie nach.
Triple-Play ist interessant
TNS Infratest befragte 1.000 Bundesbürger zu Kombiangeboten aus Internet, Telefonie und interaktivem Fernsehen aus einer Hand. Das Ergebnis: Die Deutschen finden Gefallen an Triple-Play-Angeboten. 48 Prozent der Deutschen empfinden das Angebot zumindest als interessant, 20 Prozent finden es sehr oder äußerst interessant. Allerdings sehen nur 17 Prozent der Befragten den größten Vorteil darin, alles aus einer Hand zu bekommen.
Die die Verbraucher schauen auch nicht primär auf die zusätzlichen Möglichkeiten des Triple-Plays, wie Video on Demand und bis zu 200 Fernsehprogramme, sondern auf den Preis und die zu erwartende Kostenersparnis. 62 Prozent der Befragten gaben an, dass der Preis kaufentscheidend für ein solches Bündelangebot ist.
Zeitversetztes Fernsehen kommt gut an
Vergleichweise beliebt und interessant ist bei den neuen Triple-Play-Angeboten das zeitversetzte Fernsehen - auch Time-Shift genannt. Zeitversetztes Fernsehen erlaubt es beispielsweise, einen laufenden Film zu unterbrechen, um ihn später fortzusetzen, während er im Hintergrund weiter aufgenommen wird. Dieses Feature finden 46 Prozent der Befragten sehr interessant, gefolgt von der größeren Auswahl an Fernsehprogrammen sowie interaktivem Fernsehen und einer online verfügbaren Videothek. Doch der schnellen Verbreitung von Triple-Play sind immer noch Grenzen gesetzt. Nur ein Bruchteil der Haushalte kann auf ein solches Angebot zurückgreifen, da in vielen Gebieten die technische Grundlage fehlt und das Netz für diese Dienste noch nicht ausgebaut ist.
Die großen Kabelnetzbetreiber wollen stetig weiter ausbauen: Über eine Milliarde Euro sollen bis Ende 2008 investiert werden. Bis Ende 2006 streben Kabel Deutschland, Kabel BW und Unity Media an, ihre Reichweite für Triple Play von 6,2 Millionen zu Anfang des Jahres auf mehr als 13 Millionen Haushalte auszubauen. Ende 2008 sollen dann über 23 Millionen Haushalte in der Lage sein, über das Kabel ein Paket aus Rundfunk, Internet und Telefon zu beziehen.
Mit exklusiven Inhalten punkten
Welchen Anbieter am Ende die Verbrauchern wählen, hängt neben dem Netzausbau noch von weiteren Faktoren ab. "Ein Entscheidungsmerkmal werden exklusive Inhalte sein wie die Übertragung der Fußball-Bundesliga", sagt Nikola Backhaus, Director Sales & Marketing bei TNS Infratest. Ein Drittel der Deutschen planen laut TNS Infratest außerdem noch in diesem Jahr eine Anschaffung rund um das Thema Internet, Telefonie und Fernsehen zu tätigen, darunter Computer, Laptop, Fernseher und DVD-Festplatten-Rekorder. Der Grund ist unter anderem die angekündigte Mehrwertsteuererhöhung. 25 Prozent der Befragten hätten die Anschaffung sonst erst 2007 getätigt. Im Osten sind es sogar 40 Prozent.